Südafrika: Chef der Apartheid-Todesschwadron Dirk Coetzee gestorben

Dirk Coetzee ist im Alter von 67 Jahren verstorben

Dirk Coetzee ist im Alter von 67 Jahren verstorben

Er war ein südafrikanischer Polizei-Chef und er bekämpfte mit seiner geheimen Einsatzgruppe C1 den Widerstand der schwarzafrikanischen Bevölkerung gegen die Apartheid. Um die Rassentrennung zu bewahren, schreckte Dirk Coetzee auch nicht vor Mord zurück. Jetzt ist er im Alter von 67 Jahren in Pretoria an Nierenversagen gestorben.

Während seiner aktiven Dienstzeit, vor allem in den 80er Jahren, verübte Polizei-Oberst Coetzee zahlreiche Anschläge auf Oppositionelle. Er war für viele politische Morde verantwortlich. So geht der Mord an dem Apartheids-Gegner und Rechtsanwalt Griffiths Mxenge im Jahr 1981 auf sein Konto. Dirk Coetzee verübte die Tat zusammen mit einigen ihm unterstellten Polizeibeamten.

Die verdeckte Einheit von Coetzee nannte sich – nach der Farm auf der sie ihr Quartier hatte –  Vlakpaas. Die Truppe war ein gefürchtetes Killerkommando, das gezielt Aktivisten, die gegen die weiße Minderheitsregierung und ihre Politik der Rassentrennung kämpften, tötete. Dirk Coetzee ist auch für den Tod zahlreicher Mitglieder der Anti-Apartheid Partei African National Congress (ANC), der auch Nelson Mandela angehört, verantwortlich. Er soll einige der Killer persönlich angeworben haben.

Nachdem einige seiner Taten öffentlich bekannt wurden, degradierten ihn seine Vorgesetzten, fünf Jahre später wurde er aus dem Polizeidienst entlassen. 1989 floh Coetzee nach Mauritius.  

Später kehrte er nach Südafrika zurück und wechselte die Seiten: fortan arbeite der ehemalige Polizei-Chef für die Anti-Apartheid-Bewegung. Drei Jahre nach der Wahl von Nelson Mandela zum südafrikanischen Staatspräsidenten wurde Dirk Coetzee 1997 von der Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC) amnestiert und als zuverlässig eingestuft. Er hatte vor der Kommission die Aktionen seiner Vlakplaas-Einheit detailliert geschildert,  wurde auch für schuldig gesprochen, ein paar Monate später wurde ihm die Strafe jedoch erlassen.

In der Folgezeit arbeite er für den südafrikanischen Geheimdienst National Intelligence Service. Er verriet der Justiz zahlreiche Drahtzieher und Straftaten, die im Namen der Rassentrennung in Südafrika geschehen waren.            

Seit 2012 arbeitete Coetzee als Sicherheitsberater bei der Lehrbuchfirma EduSolutions. Noch im selben Jahr machte er Korruptionsfälle dieser Firma öffentlich.