Nigeria: Entführer töten sieben Geiseln

Terrorgruppe "Ansaru" tötete sieben Geißeln

Terrorgruppe „Ansaru“ tötete sieben Geißeln

„Wir haben sieben ausländische Geiseln getötet“ – lokale Zeitungen in Nigeria zitieren mit dieser Headline ein Statement islamistischer Geiselnehmer. Die Gruppe Ansaru, die der Al Qaida nahe steht, hatte am 7. Februar im Bundesstaat Bauchi im Norden Nigerias einen Arbeitertrupp einer europäischen Baufirma entführt. Bei den sieben Geiseln handelte es sich um zwei Syrer, einen Briten, einen Griechen, zwei Libanesen und einen Italiener.

Die Islamisten sollen die Entführungsopfer getötet haben, als nigerianische und britische Soldaten einen Befreiungsversuch unternahmen. Der italienische Außenminister hat gemeinsam mit dem britischen Außenministerium diese Angaben überprüfen lassen. Die Aussagen der Gruppe Ansaru sind demnach glaubwürdig. Inzwischen sollen den nigerianischen Behörden auch Fotos vorliegen, die die Leichen zeigen.

„Dies ist ein schrecklicher terroristischer Gewaltakt, für den es keine Erklärung gibt, außer die von barbarischer und blinder Gewalt“, erklärte das italienische Außenministerium auf einer Pressekonferenz. „Die Hinrichtung der Geiseln ist ein abnormer Ausdruck von hasserfülltem und untolerierbarem Faschismus.“

Die britischen Behörden wollen mit Nigeria zusammenarbeiten, um die Ermordung der Geiseln aufzuklären. „Diese Tat ist ein kaltblütiger Mord“, sagte Großbritanniens Außenminister William Hague. „Wir werden die Täter zur Rechenschaft ziehen.“  

Das italienische Außenministerium erklärte, es habe keinen gemeinsamen Versuch der beteiligen Nationen gegeben, die Geiseln auf militärischem Weg zu befreien. Da es eine solche Aktion nicht gegeben habe, könne dies die Tötung auch nicht ausgelöst haben.

Seit dem Frankreich Truppen nach Mali gesandt hat, die gemeinsam mit afrikanischen Soldaten die Rebellen aus dem Land jagen wollen, haben die Aktivitäten von Islamisten in West- und Nordafrika stark zugenommen. Nigeria ist einer der bedeutenden Erdöl-Förderstaaten, alleine aus diesem Grund konzentrieren sich einige Rebellengruppen auf diese Region.

Es kam in den letzen Wochen immer wieder zu gemeinsamen Aktionen von unterschiedlichen Islamistengruppen wie die von Boko Haram und Ansaru. Entführungen gehören zu ihren bevorzugten Aktionen. Diese Geiselnahmen durch Islamisten enden nicht selten tragisch. Unpolitische Berufsverbrecher lassen ihre Geiseln dagegen nach einer Lösegeldzahlung in der Regel frei.