Sitten und Gebräuche in Eritrea

Eritrea besitzt eine große kulturelle Vielfalt, dies liegt besonders an den neun großen ethnischen Gruppen. Die Religion hat auch eine wichtige Bedeutung für die Sitten und Gebräuche des Landes. Hier sind vor allem die islamischen Gegenden von den christlichen Regionen zu unterscheiden. In den islamisch geprägten Gebieten sollten Touristen darauf achten, nicht allzu freizügig gekleidet zu sein. Minirock und Tops sind dort eher unpassend. Da es im Islam als Tabu gilt,  Abbildungen vom Menschen zu machen, sollte man es vermeiden, Einheimische ohne Erlaubnis zu fotografieren.

Viele der Kulturen in Eritrea – sowohl die islamischen wie die christlichen – sind stark von Tabus bestimmt. Dies gilt vor allem für das Essen. So gibt es längere Fastenzeiten, die rigoros von den Gläubigen eingehalten werden müssen. Bei den Familienfesten spielt das Essen eine große Rolle. So gehört zu Hochzeiten und genauso zu Beerdigungen immer eine gute Fleischmahlzeit, selbst wenn diese die Familien an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten bringt. Das Schlachten eines Tieres gehört oft auch zum Teil eines Rituals oder einer Zeremonie.

Gerade wegen der großen Vielfalt der Volksgruppen ist die Kulturpolitik von Eritrea bestrebt, die Einheit innerhalb der Bevölkerung zu fördern. Gleichzeitig sollen aber auch die unterschiedlichen Traditionen der ethnischen Gruppen geschützt werden. Natürlich gibt es auch Gemeinsamkeiten, die das eritreische Volk verbinden. Ein besonders wichtiges Element für alle Menschen in Eritrea ist die Musik. Musik und Tänze sind eines der wichtigsten Bindeglieder zwischen den verschiedenen Volksgruppen.

Das Festival Expo ist eines der größten kulturellen Ereignisse des Landes, es findet jedes Jahr im Sommer in der Hauptstadt Asmara statt. Bei diesem Event treten Tänzer und Musiker aus dem ganzen Land auf. Das Festival ist für Touristen ein ganz besonderes Highlight – wo kann man sonst an einem Ort die kulturelle Vielfalt der verschiedensten ethnischen Gruppen genießen?