Im April wurde Timbuktu von den Rebellen eingenommen.

Mali: Französische Truppen erreichen letzte Islamisten-Hochburg

Im April wurde Timbuktu von den Rebellen eingenommen.

Im April wurde Timbuktu von den Rebellen eingenommen.

Es sieht zurzeit nach einem schnellen Erfolg der französischen Armee in Mali aus. Gut vierzehn Tage nach dem Einmarsch der Franzosen in dem zuvor größtenteils von Islamisten besetzten westafrikanischen Land, erreichten die Truppen am Mittwoch die letzte Terroristen-Hochburg in der Stadt Kidal. Den französischen Soldaten gelang es bereits, den Flughafen von Kidal zurück zu erobern. Damit erreichten sie einen weiteren wichtigen militärischen Erfolg. Inzwischen sind erste Militärmaschinen aus Frankreich auf dem Flughafen gelandet. Aus Malis Hauptstadt Bamako wurden zudem einige Hubschrauber geschickt.  

Gemeinsam mit Einheiten aus Mali konnten die Franzosen in den letzten Tagen auch die Städte Gao und Timbuktu einnehmen. Bei diesen militärischen Aktionen konnten zahlreiche radikale Islamisten festgenommen werden. „Ich kann bestätigen, dass die französischen Truppen in Kidal einmarschiert sind“, sagte Haminy Belco Maiga, der Sprecher der Stadt, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. „Die Soldaten kamen spät in der Nacht am Flughafen an.“

Die Kämpfe in Kidal dauerten am Mittwochabend noch an. Nach zahlreichen Einsätzen der französischen Luftwaffe setzen Bodentruppen die Auseinandersetzungen fort. Neben den islamistischen Aufständischen sind auch Kämpfer der Tuareg und der islamischen Gruppe Ansar Dine aktiv. Außerdem unterstützt die neue Gruppe Islamische Bewegung für Azwawad unter ihrem Anführer Alghabass Ag Intalla die Rebellen. Nach französischen Medienberichten gibt es erste Verhandlungen zwischen der französischen Armee und den Islamisten.

„Die Franzosen haben Position bezogen“, sagte ein Vertreter der Gruppe Islamische Bewegung für Azwawad. „Wir führen jetzt Verhandlungen. Unser Chef spricht gerade mit ihnen.“ Die französische Regierung möchte ihre Truppen so schnell wie möglich aus Mali abziehen. „Es war unser Plan, Gao, Timbuktu und Kidal zu befreien“, sagte der französische Außenminister Laurent Fabius am Mittwoch. „Nun müssen die afrikanischen Länder den Stab übernehmen.“

Die Regierung der USA zeigte gestern ihre Bereitschaft, Mali mit logistischer Hilfe zu unterstützen: „Wir werden Transportmaschinen für Truppen aus Togo und dem Tschad bereitstellen“, erklärte George Little, Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Tschad und Togo möchten mit etwa 2700 Soldaten zur Stabilisierung der Lage in Mali beitragen.

photo by: Magharebia

Afrika-Cup: Mali, Südafrika und Ghana im Viertelfinale

Fussballfan

Fussballfan

Mit Ghana, Südafrika und Mali stehen jetzt weitere Teams für die Runde der letzten Acht bei der Afrika-Fußballmeisterschaft in Südafrika fest. Während Ghana und Mali zu den Favoriten gehören, ist das Erreichen des Viertelfinales von Kap Verden schon eine echte Überraschung. Auch Gastgeber Südafrika ist bereits qualifiziert.

Ghana wurde im Stadion von Port Elizabeth seiner Favoritenrolle gerecht und schlug Niger souverän mit 3:0. Asamoha Gyan gelang schon in der 6. Minute der erste Treffer. Der beim FC Porto spielende Atsu konnte eine gute Viertelstunde später nachlegen. Eine Flanke von Gyan nutzte Atsu eiskalt: er schoss den Ball seelruhig an Torwart Daouda vorbei ins lange Eck. Niger hatte zwar in der 9. Minute einen Treffer erzielt, der Schiedsrichter gab das Tor wegen eines Fouls am Torkeeper aber nicht. Schon kurz nach der Halbzeit machte Ghana mit dem dritten Goal alles klar: Torwart Daouda konnten einen Ball nicht richtig festhalten, Boye kickte zum Treffer ein. Ghana trifft am kommenden Samstag im Viertelfinale auf die Kapverden.

Ganz anders erspielte sich Mali – 2012 immerhin Dritter des Afrika-Cups – den Einzug ins Viertelfinale: In Durban gelang dem Team aus dem zurzeit kriegsgeschüttelten Land ein glückliches 1:1 gegen DR Kongo. Bereits in der 3. Minute war Kongo durch einen Foulelfmeter in Führung gegangen. Die Mannschaft aus Mali konnte zwar zehn Minuten später durch Mamadou Samassa ausgleichen, doch dann begann das große Zittern. In einem kämpferischen Hin und Her hatte Mali zwar die deutlich besseren Chancen – immer wieder trafen die malischen Spieler die Latte oder den Pfosten – , DR Kongo erreichte jedoch durch gute Defensivleistungen das Unentschieden. Zwar bleibt Kongo damit ungeschlagen, scheidet aber wegen der mageren Punkte-Ausbeute bei drei Remis aus. Mali trifft dagegen im Viertelfinale am Samstag auf Gastgeber Südafrika.

Das südafrikanische Team tat sich in seinem letzten Gruppenspiel gegen Marokko schwer. Der Gastgeber zitterte sich im Stadion von Durban mit einem 2:2 ins Viertelfinale. Marokko war in der 10. Minute in Führung gegangen, May Mahlangu glich für Südafrika aus. Erst kurz vor Schluss gelang Sangwenig der Ausgleichstreffer zum in der 81. Minute erzielten erneuten Führungstreffer Marokkos.  

Ägypten: Ausnahmezustand in drei Städten am Suez-Kanal

Mohammed Mursi, Präsident von Ägypten

Mohammed Mursi, Präsident von Ägypten

Präsident Mursi verhängte am Sonntag nach gewaltsamen Unruhen den Ausnahmezustand in drei Städten, die alle am Suez-Kanal liegen: In Ismalia, Port Said und Suez ist seit Montag eine Ausgangssperre von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens gültig.

„Wie Sie alle wissen bin ich grundsätzlich gegen außergewöhnliche Maßnahmen, aber ich kann Ihnen versichern, dass ich im Ernstfall sofort handeln werde“, sagte Mursi in einer Fernsehansprache am Sonntag. „Und jetzt ist es soweit: Um die Gewalt und das Blutvergießen zu stoppen und die Sicherheit meines Volkes aufrechtzuerhalten verhänge ich den Ausnahmezustand in Port Said, Ismalia und Suez. Wir müssen alles tun, um den Frieden wiederherzustellen.“ Der Ausnahmezustand gilt für 30 Tage.

In den vergangen Tagen war es in den betreffenden Städten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Mindestens 38 Tote waren nach den Zusammenstößen zu beklagen, viele Hundert Menschen wurden verletzt. Die ägyptische Armee fuhr mit Panzern durch die Straßen, um die Gewalttäter in Schach zu halten.

Der Grund für die blutigen Unruhen waren die Todesurteile gegen 21 Angeklagte, die im Jahr zuvor in die Straßenkämpfe nach einem Fußballspiel verwickelt waren. Der Vorfall ereignete sich am 1. Februar 2012: Fans des Fußballclubs Al-Masri waren damals im Stadion von Port Said mit brutaler Gewalt gegen die Anhänger des Kairoer Teams Al-Ahli vorgegangen.

Nach dem Ende des Spiels stürmten die Al-Masri-Fans mit Messern, Pistolen und Eisenstangen auf die Fans der gegnerischen Mannschaft zu. Bei den Kämpfen kamen 74 Menschen ums Leben. Im folgenden Prozess wurden 61 Fans wegen Mordes angeklagt. Außerdem müssen sich neun Polizisten vor Gericht verantworten, ihnen wird vorgeworfen, dass sie die Fans vor dem Spiel nicht ausreichend nach Waffen untersucht hätten.

Die Todesurteile gegen die 21 Fans aus Port Said sind nach Einschätzung ihrer Fankollegen ein politisches Urteil: Die jungen Männer würden nur zum Tod verurteilt, damit die Fans aus Kairo nicht weiter aufsässig sind. Nach ihrer Ansicht berücksichtigten die Richter die neuen Beweise der Staatsanwaltschaft nicht, die das Urteil hätten mildern können.

Aus einer Farm in Südafrika sind ca. 15000 Krokodile ausgebrochen

Südafrika: 15.000 Krokodile entkommen von einer Farm

Aus einer Farm in Südafrika sind ca. 15000 Krokodile ausgebrochen

Aus einer Farm in Südafrika sind ca. 15000 Krokodile ausgebrochen

In den nördlichen Regionen Südafrikas und im Süden von Mosambik regnet es seit einigen Wochen unaufhörlich. Tausende Menschen flüchteten inzwischen aus den Hochwassergebieten. Das Wasser zerstörte viele Häuser, acht Menschen kamen ums Leben.  Zu den schlimmen Überflutungen kommt jetzt noch eine weitere Gefahr: An der Grenze zu Botswana sind vor ein paar Tagen 15.000 Krokodile von der Krokodilfarm Rakwena entflohen.

Die Tiere konnten in das umliegende Buschland oder in den Fluss Limpopo entkommen. Da die Krokodile zu einer ernsten Gefahr für die Menschen werden können, rief die Polizei Experten zur Hilfe. „Es sind immer noch viele Tausend Krokodile da draußen. Wir brauchen zahlreiche Fänger, die uns helfen“, sagte ein Sprecher der Polizei des Bezirks Limpopo am Freitag der BBC. „Da viele der Tiere mit den Fluten geschwommen sind, benötigen wir Experten, die genau wissen, wo sich die Krokodile am liebsten aufhalten und wie sie sich bewegen. Wir appellieren an jeden, der sich mit den Tieren auskennt, uns zu helfen.“

„Wir waren am Freitag mit einem Boot zu Freunden unterwegs, deren Haus vom Hochwasser überflutet ist“, berichtet Zane Langmann der südafrikanischen Zeitung Daily News. „Als wir dort ankamen, schwammen Krokodile um das Haus. Glücklicherweise ist nichts Schlimmes passiert.“ Zane Langman ist der Schwiegersohn des Besitzers der Krokodilfarm.

Der Eigentümer soll die Tore seiner Krokodilzucht selbst geöffnet haben, um so eine Überschwemmung zu verhindern. „Bis zum Zeitpunkt des Hochwassers gab es nur wenige Krokodile im Fluss Limpopo, jetzt sind es viele“, sagte sein Schwiegersohn Zane Langmann weiter. „Wir fangen sie ein und wir bitten die Farmer der Region, uns über den Aufenthaltsort der Tiere zu informieren.“

Es gelang inzwischen mehrere Tausend Krokodile wieder einzufangen. Einige der Reptilien sind 120 Kilometer entfernt von der Farm gefunden worden. Sie waren auf dem Sportplatz einer Schule gestrandet.

Die Krokodilfarm Rakwena liegt in der Nähe der Stadt Pondrif. Der Farmer züchtet die Tiere, um ihre Haut und ihr Fleisch zu verkaufen.

Namibia: Einwohner von Otjimbingwe wünschen sich mehr Ziegen

Rheinische Missionskirche in Otjimbingwe, Namibia.  nationales Denkmal

Rheinische Missionskirche (Architekt: Eduard Hälbich, Grundsteinlegung 1865 durch Missionar Hugo Hahn, Einweihung 1867) in Otjimbingwe, Namibia. nationales Denkmal.

„Wie viele Ziegen habt ihr?“ will ein Einheimischer von deutschen Touristen wissen, die in Namibia ihren Urlaub verbringen. Als er hört, dass sie nicht eine Ziege haben, ist er entsetzt. Wer in Namibia keine Tiere besitzt, gilt als arm und hat nur wenig Ansehen.

In der Region Otjimbingwe im Westen des Landes wünschen sich die Einwohner jetzt mehr Ziegen. Dort leben etwa 15.900 Menschen, viele von ihnen leiden unter Armut und bitten um  Unterstützung aus einem deutschen Förderprogramm. Das Namibia-German Special Initiative Programme (NGSIP) ist ein Projekt der deutschen Regierung, das 11 Millionen Euro Fördermittel umfasst.

Nach Ansicht der Bewohner von Otjimbingwe profitieren sie bisher nur wenig von der deutschen Hilfe. Nach einem Bericht des Magazins AllAfrica.com erhielten bisher erst 50 Menschen Geld, das für den Kauf von Ziegen bestimmt ist. Die geförderten Haushalte erhielten Finanzmittel für jeweils acht Ziegen. Der Stammesälteste Salathiel Kharuxab fordert die Behörden und die Hilfsorganisation jetzt auf, mehr Menschen in der Region zu helfen.

„Wenn es noch mehr Geld in dem Fördertopf gibt, so müssen mehr Leute davon profitieren können“, sagte Kharuxab dem Magazin. „Bisher mussten wir feststellen, dass nur eine Handvoll Menschen Fördermittel erhalten haben. Die Menschen brauchen dringend mehr Ziegen für ihre kleinen Landwirtschaften.“

Das Entwicklungshilfe Projekt des NGSI  Programms umfasst in Otjimbgwe neben der Finanzierung neuer Nutztiere auch die Errichtung einiger Gemeinschaftsgebäude sowie den Bau neuer Brunnen und Wasserleitungen. Zur Förderung des Tierbestandes hat sich die Organisation ein besonderes Programm ausgedacht: So wird eine Gruppe von acht Ziegen für ein Jahr und sechs Monate bei einem Kleinbauern leben, er züchtet mit diesen, darf die Nachkommen behalten und anschließend wird die Zuchtgruppe an einen anderen Bauern gegeben.

Bei der Bevölkerung stößt das Modell der Ziegen-Ausleihe auf Kritik: „Das System der Ausleihe nützt uns nur wenig. Wir wünschen uns, dass wir mehr Mittel erhalten, um uns neue Ziegen kaufen zu können“, sagte ein Stammesältester gegenüber AllAfrica.

Damboa liegt im Borno State (rot)

Nigeria: 23 Menschen sterben bei Attacke

Damboa liegt im Borno State (rot)

Damboa liegt im Borno State (rot)

Am späten Dienstagnachmittag kam es in der Stadt Damboa, die im Norden Nigerias liegt, zu einem brutalen Anschlag durch mutmaßliche Islamisten. Die Täter fuhren mit einem Auto auf den Marktplatz von Damboa und eröffneten das Feuer auf die Händler. Die Angreifer gingen nach Berichten von Augenzeugen sehr gezielt vor: Sie töteten Fleischhändler und Jäger. Die nigerianische Polizei geht davon aus, dass die islamistische Sekte Boko Haram hinter dem Anschlag steckt. Die Schüsse fielen schnell hintereinander, die bewaffneten Attentäter konnten entkommen.

„Bei dem Angriff wurden 23 Menschen getötet“, sagte Polizeisprecher Alhai Abba Ahmed dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera. „Sie kamen in einem Golf von Volkswagen, führten die Aktion durch und verschwanden wieder. Wir gehen davon aus, dass der Anschlag von Mitgliedern von Boko Haram durchgeführt wurde.“ 13 Menschen starben direkt auf dem Marktplatz, zehn weitere erlagen ihren Verletzungen später in einer Klinik.

Die Angreifer töteten gezielt einheimische Jäger und Fleischhändler. Die Händler verkauften Bushmeat: Fleisch, das von Affen und wilden Schweinen stammt. Dabei handelt es sich um Nahrungsmittel, die der Islam verbietet.

Der Norden Nigerias ist stark islamisch geprägt. In dieser Region kämpfen muslimische Aufständische seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates.     Boko Haram ist eine dieser terroristischen islamischen Gruppen. Der Name Boko Haram entstammt der Sprache des Volksstamms der Hausa, er bedeutet so viel wie „Westliche Bildung verboten, Bücher in Lateinschrift sind Sünde, die moderne Erziehung ist eine Sünde.“

Die Gruppe setzt sich für die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, in Nigeria ein. Außerdem verlangen die Islamisten das Verbot von westlicher Bildung, an Wahlen nehmen sie nicht teil. Boko Haram unterhält nach eigenen Angaben Beziehungen zu den Taliban in Afghanistan. Bis zum Tod ihres Führers Ustaz Mohammed Yusuf befand sich das Hauptquartier der Gruppe in der Stadt Maiduguri im Norden Nigerias. Mitglieder von Boko Haram sind auch an der Besetzung der nördlichen Regionen in Mali beteiligt, die auch von Al Qaida unterstützt wird.  

Dr Ado Bayero

Nigeria: Erste Verhaftungen nach Anschlag auf Emir von Kano

Dr Ado Bayero

Dr Ado Bayero

Attentäter hatten am vergangenen Samstag den Fahrzeugkonvoi von Ado Bayero, dem Emir  von Kano, angegriffen. Die Angreifer kamen mit Motorrädern und Autos, sie attackierten den hohen nigerianischen Geistlichen in der Stadt Kano mit Gewehrschüssen. Sie töteten den Fahrer und fünf Leibwächter des Emirs.

Emir Ado Bayero wurde selbst leicht, seine beiden Söhne schwer  verletzt. Es gibt zwar bisher noch kein Bekennerschreiben, Kenner des Landes vermuten aber, dass die radikal-islamistische Sekte Boko Haram hinter dem Anschlag steckt. Diese Gruppe verübte in der Vergangenheit bereits mehrere Attentate auf liberale muslimische Geistliche.

Die nigerianische Polizei konnte am Dienstag einen ersten Verdächtigen verhaften. Laut einem Bericht der Zeitung Daily Trust gelang es Sicherheitsbeamten über Insiderinformationen die Identität eines der Drahtzieher zu erfahren. Spezialkräfte der Polizei nahmen den Mann, der als Hauptverdächtiger gilt, in der nigerianischen Region Kano fest.

„Wir konnten den Verdächtigen in einer Gegend verhaften, in der es zahlreiche Aufständische gibt. Der Mann zeigt sich bei den Vernehmungen bisher kooperativ“, sagte ein Polizeisprecher der Zeitung Daily Trust. Hochrangige Polizeibeamte führen die Verhöre, der Festgenommene wird ansonsten total abgeschirmt. Einige Spitzenbeamte der Regierung haben per Telefon an den Vernehmungen teilgenommen.

„Insider haben uns berichtet, dass der Verdächtige Angriffe auf hohe nigerianische Würdenträger angekündigt hatte“, so der Polizeisprecher weiter. „Wir hoffen, dass wir jetzt weitere Informationen bekommen, so dass wir die Mittäter verhaften und ihre Waffen beschlagnahmen können.“       

Ado Bayero ist der 13. Emir von Kano, er hat die Position bereits sei 1963 inne. Bayero ist der Sohn des früheren Emirs, er ist heute 82 Jahre alt und gehört zur Volksgruppe der Fulani. Nach dem Abschluss seines Islam- und Arabik-Studiums war er zunächst als Botschafter Nigerias im Senegal tätig. 1984 wurde Bayero in sein Amt als  Emir von Kano eingeführt. Zuvor hatte er einige Jahre als Kanzler der University of Nigeria und der University of Ibadan gearbeitet. Die nigerianische Regierung nutzt seinen Palast gerne zu Empfängen von ausländischen Gästen.    

Leymah Gbowee bei der Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahre 2011

Liberia: Nobelpreis-Delegation besucht Leymah Gbowees Stiftung

Leymah Gbowee (Mitte) bei der Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahre 2011

Leymah Gbowee (Mitte) bei der Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahre 2011

Die liberianische Bürgerrechtlerin Leymah Gbowee erhielt 2011den Friedensnobelpreis. Am vergangenen Wochenende traf eine internationale Delegation aus Friedensnobelpreisträgern, Journalisten, Frauenrechtlerinnen, Sportlern und Menschenrechtsaktivisten in Liberias Hauptstadt Monrovia ein. Die Gruppe wird sich eine Woche in dem westafrikanischen Land  aufhalten und während dieser Zeit Gast von Leymah Gbowees Stiftung sein.

In verschiedenen Diskussionsforen wird sich die Delegation mit den Themen „dauerhaften Frieden schaffen“, „Gleichberechtigung der Frau“, „Versöhnung in der Gesellschaft“ und „sexuelle Gewalt gegen Frauen“ beschäftigen. Die Delegierten möchten darüber diskutieren, welche zentralen Aufgaben aktuell vor den politischen Entscheidungsträgern  einschließlich der Regierungschefs in Europa, Kanada und den USA liegen. Zu einzelnen Vorträgen werden liberianische Minister und hohe Regierungsbeamte erwartet.

Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee möchte die Besucher über die Arbeit von politischen Organisationen in Liberia informieren. Dabei stehen Frauengruppen im Mittelpunkt, die sich seit Jahren für die Rechte von Frauen einsetzen. Die Frauengruppe Women Legislature Caucus wird mit einigen Mitgliedern an der Veranstaltung teilnehmen. Im Anschluss an ihren Aufenthalt in Liberia wird die Delegation nach Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, weiterreisen.

Leymah Gbowee wurde am 1. Februar 1972 in Monrovia geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit im Landesinneren von Liberia und kehrte als 17-Jährige in die Hauptstadt zurück. Während des liberianischen Bürgerkriegs arbeitete sie als Streetworkerin, um so traumatisierten Kindern und Jugendlichen zu helfen. Ende der 1990er Jahre war Leymah Gbowee als Beraterin und Sachbearbeiterin des Gesundheitsministeriums tätigt.

Die Einrichtung von Hilfsangeboten für Bürgerkriegsflüchtlinge war ihr ein wichtiges Anliegen. Ab 2001 war sie Programm-Koordinatorin bei der der Organisation Women in Peacebuilding. Leymah Gbowee ist zudem eine der Gründerinnen der Bewegung Women of Liberia Mass Action for Peace. Diese Gruppe kämpfte mit öffentlichen Gebeten und Protestmärschen für den Frieden. Sie fand eine breite Unterstützung in der Bevölkerung. Die Teilnehmerinnen der Protestaktionen trugen damals stets weiße Kleidung als Erkennungsmerkmal und als Zeichen der Reinheit und des Friedens. 2011 erhielt Leymah Gbowee für ihren gewaltfreien Kampf für die Sicherheit von Frauen und Frauenrechte den Friedensnobelpreis.  

Afrikanische Literaturtage Frankfurt: Starke Stimmen und neue Geschichten aus Afrika

Fatou Diome

Fatou Diome

Afrika der dunkle und vergessene Kontinent“? – Anita Djafari mag das Klischee überhaupt nicht. Sie will ein realistischeres, komplexeres und auch positiveres Bild. Dazu passt aber auch nicht die naive Vorstellung vom armen, aber glücklich lachenden, tanzenden und trommelnden Afrikaner. Anita Djafari ist Teamleiterin bei litprom, der Gesellschaft zur Förderung von Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Die Literaturgesellschaft veranstaltet am 25. und 26. Januar die „Afrikanissimo – Afrikanischen Literaturtage 2013“ in Frankfurt am Main.

Das Event will starke Stimmen und neue Geschichten aus Afrika präsentieren. Das Programm bietet faszinierende Lesungen, spannende Diskussionen und Werkstattgespräche. Mit Fatou Diome (Senegal), Helen Habila (Nigeria), Chirikure Chirikure (Simbabwe), Mike Nicol (Südafrika), Patrice Nganang (Kamerun) und Nii Parkes (Ghana) konnte die litprom eine ganze Reihe renommierter afrikanischer Autoren gewinnen. Die Veranstaltung wird von Filmvorführungen des Fernsehsenders Arte begleitet.  

Chirikure Chirikure ist ein Lyriker und Erzähler aus Simbabwe. Der Fünfzigjährige ist einer der schärfsten Kritiker der korrupten Politik in seinem Heimatland, er ist ein Anwalt der einfachen Leute. In seinen Texten und Geschichten spielen Rückblicke auf die Zeit der Befreiungskämpfe in Simbabwe eine wichtige Rolle. Chirikure schreibt seine satirischen Gedichte und die oftmals gesellschaftskritischen Storys in seiner Heimatsprache Shona und auf Englisch. Viele seiner Gedichte sind durch die Zusammenarbeit  mit verschiedenen Musikgruppen vertont worden. Die Musik basiert auf der traditionellen Mbira (afrikanisches  Musikinstrument) der Shona. Chirikure gilt heute als einer der bedeutendsten Satiriker Simbabwes.

Fatou Diome wurde 1968 auf der Insel Niodir geboren, die zum Senegal gehört. Sie startete ihre Schriftstellerkarriere mit einer Sammlung von Short Storys und Erzählungen im Jahr 2001. Mit dem Roman „Der Bauch des Ozeans“ erreichte sie 2003 ihren internationalen Durchbruch. Das Buch ist in Afrika und Europa ein großer Erfolg, Diome präsentierte die deutsche Ausgabe auf der Buchmesse 2004 in Frankfurt. Das Verhältnis von Frankreich und Afrika bildet den Rahmen des Romans. Fatou Diomes Stil zeigt eine Erzählkunst, die durch das heutige Leben in Afrika geprägt ist. Außerdem zeichnen eine präzise und detailreiche Sprache und ein mitunter schwarzer Humor ihre Texte aus. Diome lebt zurzeit in Frankreich. Sie beschreibt in ihrem Roman ihre großen Integrationsschwierigkeiten und ihre Kindheit im Senegal.

Islamisten überfielen am Mittwoch eine Gasförderstätte von BP in Algerien

Algerien: Islamisten nehmen Geiseln

Islamisten überfielen am Mittwoch eine Gasförderstätte von BP in Algerien

Islamisten überfielen am Mittwoch eine Gasförderstätte von BP in Algerien

Eine Gruppe von islamistischen Terroristen überfiel am Mittwoch in Algerien eine  Gasförderstätte des Ölkonzerns BP. Bei der Attacke kamen ein Franzose und ein Brite ums Leben, sieben weitere Menschen wurden verletzt. Die Islamisten nahmen zahlreiche  Angestellte von BP als Geiseln. Der Vorfall ereignete sich in der Region Tiguentourine, die im Zentrum von Algerien liegt.

Die Geiselnehmer meldeten sich inzwischen telefonisch bei der französischen Nachrichtenagentur AFP. Der Anrufer erklärte, dass seine Gruppe aus dem Nachbarland Mali komme. Nach einem Bericht der Agentur handelt es sich um eine Terrortruppe unter Führung des Islamistenchefs  Mochtar Belmochtar. Mit ihrer Aktion reagieren die Geiselnehmer auf das Eingreifen Frankreichs in Mali. Dort kämpfen seit einigen Tagen französische und afrikanische Truppen gegen Islamisten, die den Norden des Landes komplett besetzt haben.

Nach Angaben der Entführer haben sie 41 Geiseln in ihrer Gewalt. Fünf von ihnen seien Arbeiter von dem BP-Gasfeld, die weiteren 36 seien in Amenas gekidnappt worden. Unter den Geiseln sollen jeweils zwei Briten, Franzosen und Japaner und außerdem sieben US-Amerikaner sowie dreizehn Norweger sein. Die Terroristen bezeichnen den Angriff als Vergeltungsaktion für die Entscheidung der algerischen Regierung, der französischen Luftwaffe eine Überflugerlaubnis zu gewähren. Frankreich schickte seit dem Freitag 2.500 Soldaten nach Mali.

Die deutsche Regierung erwägt zurzeit, ob die Bundeswehr logistische Unterstützung leisten soll. „Der Terrorismus im Norden Malis ist nicht nur eine Bedrohung für Afrika, sondern auch für Europa. Es herrscht ein hoher Zeitdruck“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel laut ARD Tagesschau. Ein direktes Eingreifen der Bundeswehr in die Kampfhandlungen lehnt die deutsche Regierung bisher ab.

Die Geiselnehmer in Algerien forderten inzwischen über die mauretanische Nachrichtenagentur Ani ein Ende der französischen Kampfeinsätze in Mali. „Der Überfall auf das BP-Gasfeld ist nichts anderes als kaltblütiger Mord. Es gibt keine Entschuldigung dafür, egal was auch immer die Terroristen von den französischen Interventionen in Mali halten“, sagte der britische Außenminister William Hague im Interview mit dem Sender BBC. „Die britische Regierung arbeitet rund um die Uhr an einer Lösung. Wir stehen in engem Kontakt mit den Angehörigen der Opfer. Die Lage ist extrem gefährlich.“