Google ehrt „Mama Africa“ Miriam Makeba mit einem Doodle

Ihr „Pata Pata“ ist weltbekannt, sie engagierte sich gegen die Apartheid in Südafrika und sang zusammen mit Calypso-King Harry Belafonte und Folk-Legende Paul Simon: Am Montag (4. März) wäre Miriam Makeba 81 Jahre alt geworden und Google ehrt die große Dame mit einem Doodle.

Die Südafrikanerin musste in ihrem Leben einiges verkraften: Sie wurde wegen ihres Kampfes gegen die Rassentrennung aus ihrer Heimat ausgebürgert, sie überlebte einen Flugzeugabsturz, verlor ihre einzige Tochter und musste einige Scheidungen verarbeiten. Doch Miriam Makeba gab nie auf.

Ihr Mitwirken in dem Dokumentarfilm „Come Back Africa“ und das damit verbundene Engagement gegen die Apartheid führten 1960 zu ihrer Ausbürgerung aus Südafrika: Die Behörden ließen sie nach einem Auslandsaufenthalt einfach nicht mehr ins Land. Sie lebte anschließend einige Jahre in London. Dort wurde der US-amerikanische Sänger Harry Belafonte zu ihrem Förderer. Mit ihren Songs „Soweto Blues“, „Pata Pata“ und „The Lion Sleeps Tonight – Mbube“ feiert sie weltweit Erfolge.

1992 spielte Miriam Makeba an der Seite von Whoopi Goldberg in der Musical-Verfilmung „Sarafina!“. Nachdem Nelson Mandela Staatspräsident von Südafrika geworden war, holte er sie wieder in ihre Heimat zurück. Den renommierten „Kora All African Music Award“ erhielt die Sängerin 1996 für ihr Lebenswerk.

Miriam Makeba erblickte am 4. März 1932 in Johannesburg das Licht der Welt. Bereits mit 17 Jahren heiratete sie zum ersten Mal und brachte 1949 ihre einzige Tochter Bongi Makeba zur Welt. Nach der Scheidung von ihrem ersten Mann arbeitet Miriam Makeba zunächst als Hausmädchen. Ihre musikalische Karriere begann sie als Sängerin der Gruppe Cuban Brothers. Mit zwei Kolleginnen gründete sie später das Frauentrio The Skylarks.

In ihrer Solokarriere war „Pata Pata“ der größte Erfolg. Der Song wurde in der Sprache der Xhosa geschrieben, dieser südafrikanische Volksstamm umfasst ungefähr 9 Millionen Menschen. „Pata Pata“ bedeutet zu Deutsch „berühren, anfassen“ – das Lied handelt von einem in Südafrika populären Tanz, der eine sexuell-suggestive Form des Jive-Tanzstils ist. Die Tanzpartner berühren sich dabei abwechselnd mit den Händen über den ganzen Körper im Rhythmus der Musik.

Miriam Makeba starb 2008 im Alter von 76 Jahren an einem Herzinfarkt.

Die Nationalflagge in Namibia

Namibia: Farmer wegen großer Dürre besorgt

Die Nationalflagge in Namibia

Die Nationalflagge in Namibia

In Namibia herrscht seit vielen Wochen eine extreme Trockenheit. Die Weiden der Viehzüchter verdorren in der Sonne, die Fleischproduzenten verringern schon massiv ihre Herden. Dadurch fallen die Fleischpreise. In der Region Kunene sind inzwischen einige Pferde und Rinder verhungert. Die Maisernte ist gefährdet, nur noch ein starker Regen könnte vielleicht einen Teil der Ernte retten. Doch die Meteorologen können auch für die nächsten Tage keine Niederschläge vorhersagen.

„Dieses Jahr ist eine Katastrophe“, erklärte Hagen Eggert, der eine Farm zwischen Kombat und Otavi betreibt. Er hat auf 210 Hektar Land Mais angepflanzt, doch die Pflanzen sind kaum noch zu retten. „Auf dem schwarzen Boden ist der Mais schon vertrocknet. Auf der roten Erde ist noch etwas grün, aber selbst Regen wird hier nichts mehr retten. Der Mais ist gerade mal 35 cm hoch, eigentlich müsste er längst in der Blüte sein.“
 
Die Landwirtschaftsorganisation Namibia National Farmers Union (NNFU) zeigt sich beunruhigt: „Die NNFU ist tief besorgt wegen der extremen Dürre, es ist eine Katastrophe für ganz Namibia, dass wir so lange ohne Regen sind. Selbst, wenn es jetzt ein paar kleinere Regefälle gibt, so ist es doch offensichtlich, dass wir eine weiter andauernde Dürre erleiden werden.“ Delegierte des Landwirtschaftsverbands haben in den letzten Tagen viele Regionen Namibias besucht, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen.

Das Land ist nicht nur in seiner Nahrungsmittelproduktion von der eigenen Landwirtschaft weitgehend abhängig, außerdem ist die Agrarwirtschaft auch einer der wichtigsten Arbeitgeber Namibias. Nach Einschätzung von Experten verursacht die anhaltende Trockenheit nicht nur große Ernteausfälle: Auch Schädlinge wie Insekten sind jetzt noch aktiver und zerstören große Teile von Kornfeldern und Weiden. Die NNFU fordert die Bauern auf, sich beim Verband Informationen und Hilfe bei der Bekämpfung der Schadinsekten zu holen.

Bei einer Sitzung seines Regierungskabinetts warnte Namibias Präsident Hifikepunye Pohamba jetzt vor den Folgen der Dürre. Er forderte die zuständigen Minister auf, alle Maßnahmen zu ergreifen, um eine Katastrophe abzuwenden.

Papst Benedikt XVI in Rom

Viele Gläubige wünschen sich einen Papst aus Afrika

Papst Benedikt XVI in Rom

Papst Benedikt XVI in Rom

Am Donnerstagabend um 20 Uhr endete das Pontifikat von Papst Benedikt XVI. Der deutsche Kirchenführer hatte vor gut zwei Wochen überraschend seinen Rücktritt erklärt. Die wahlberechtigten Kardinäle aus aller Welt werden sich in den nächsten Tagen im Vatikan zum Konklave versammeln, um möglichst vor Ostern einen neuen Papst zu wählen. Es gibt jetzt einige, auch prominente Fürsprecher, die sich ein Kirchenoberhaupt aus Afrika wünschen.

„Ein Afrikaner auf dem Stuhl Petri könnte die Welt verändern“, sagte Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel von der FDP der Bild-Zeitung. „Das wäre wirklich ein schönes Zeichen, denn in Afrika steckt Stärke, Kraft und Zukunft.“

Während in Deutschland und anderen europäischen Ländern die Zahl der Kirchenaustritte stets wächst, steigt in Afrika die Zahl der Gläubigen rasant. Nicht nur aus diesem Grund wünschen sich einige Beobachter einen afrikanischen Papst. „Es ist Zeit, dass jemand aus dem großen afrikanischen Horizont der Kirche nach Rom kommt“, sagte die evangelische Pröbstin Carmen Rahlf dem Flensburger Tageblatt. „Die Stärke der katholischen Kirche wird von einigen Ländern außerhalb Europas getragen, in denen es viele Gläubige gibt, die Großes geleistet haben.“

Die katholische Kirche scheint dringt Reformen zu benötigen. Pröbstin Rahlf geht davon aus, dass ein afrikanischer Papst einen neuen, moderneren Blick auf viele Probleme haben könnte: „Es fehlen Antworten zur Einheit der Kirchen, wie das gemeinsame Abendmahl, oder ob Frauen das geistliche Priesteramt übernehmen dürfen“, erklärte sie.

„Wir brauchen einen Papst, der sich den Dingen der Welt öffnet und aus dem Glauben heraus Antworten gibt“, sagte Pfarrer Stefan Krinke dem Flensburger Tageblatt. „Das darf sehr gerne ein afrikanischer Papst sein.“

Mit Kardinal Peter Turkson aus Ghana und Francis Arinze aus Nigeria gibt es zwei hoffnungsvolle afrikanische Kandidaten (wir berichteten). Allerdings gibt es auch Befürchtungen, dass selbst ein neuer afrikanischer Papst nicht viel an der Kirchenpolitik ändern kann.

Afrikanische Päpste im Laufe der Geschichte: Viktor I. (189-199) und ebenso Miltiads (310-314) stammten aus der römischen Provinz Africa. Sie waren aber keine Schwarzafrikaner.

photo by: Padmanaba01

Prinz Harry besucht Lesotho

Prinz Harry besuchte für 3 Tage Lesotho.

Prinz Harry besuchte für 3 Tage Lesotho.

Er tanzt mit Schülern, kocht Lasagne mit Kindern, spielt mit ihnen Fußball und nimmt am Unterricht teil: Am Mittwoch besuchte der britische Prinzip Harry das Kananelo-Zentrum für Gehörlose in Lesotho. Harry war drei Tage in dem südafrikanischen Land unterwegs. Der Unterricht und die Betreuung der gehörlosen Kinder ist ein Teil des Programms, das von seiner Hilfsorganisation finanziert wird.     

Sentebale (Vergiss mich nicht) ist der Name der Hilfsorganisation, die Prinz Harry zusammen mit Prinz Seeiso gegründet hat. Prinz Seeiso ist der jüngere Bruder von Lesotho Königs Letsie.

„Wir hoffen sehr, dass wir mit unserer Hilfsorganisation den Kindern ermöglichen können, dass sie ihre Ziele erreichen, ihre Träume erfüllen und ein gutes Leben führen können“, sagte Harry dem Magazin People. „Die Zukunft dieses kleinen und wunderschönen Landes und seiner großartigen Menschen, könnte und sollte ganz einfach glänzend sein.“

Die Nummer Drei in der britischen Thronfolge möchte mit diesem Engagement auch an die sozialen Aktionen seiner Mutter Prinzessin Diana anknüpfen: „Ich hoffe, dass meine Mutter stolz auf meine Charity-Arbeit in Lesotho wäre“, sagte Prinz Harry am Mittwoch. Prinzessin Diana hatte sich besonders für HIV/AIDS-Kranke und die Beseitigung von Landminen engagiert.

Die Hilfsorganisation ihres jüngsten Sohnes setzt sich in Lesotho unter anderem auch für HIV-Erkrankte ein. In diesem afrikanischen Land ist AIDS wie in vielen südafrikanischen Staaten ein sehr großes Problem. So waren im letzten Jahr ungefähr 25 Prozent der erwachsenen Einwohner mit dem HI-Virus infiziert. „Wir müssen über AIDS und die damit verbundenen Gefahren sprechen“, sagte Harry dem Magazin. „Die Menschen müssen aufgeklärt werden und wissen, wie sie sich schützen können. Das ist definitiv eine ganz wichtige Aufgabe.“

Lesotho ist ein Staat im südlichen Afrika, Staatsform ist die parlamentarische Monarchie. Das Land ist mit knapp zwei Millionen Einwohnern und einer Fläche von etwa 30.000 Quadratkilometern vergleichsweise klein.

Nach seinem Besuch in Lesotho wird Prinz Harry am Donnerstag nach Südafrika weiterreisen. Auf einer Gala will er dort Geld für seine Hilfsorganisation sammeln.

Heißluftballoons über Luxor

Ägypten: Mindestens 19 Tote bei Ballonabsturz

Heißluftballoons über Luxor

Heißluftballoons über Luxor

In der Nähe der ägyptischen Stadt Luxor ist es am Dienstag zu einem tragischen Unfall gekommen: In 300 Metern Höhe geriet ein Heißluftballon in Flammen, er explodierte und stürzte zu Boden. Bei dem Unglück kamen mindestens 19 Menschen ums Leben. Nach einem Bericht des arabischen TV-Senders Al Dschasira sollen sich insgesamt 21 Menschen in dem Korb des Ballons befunden haben. Der Führer des Fluggefährts und ein Fluggast haben nach diesen Angaben den Absturz schwer verletzt überlebt.

Bei den Toten handelt es sich um Touristen aus Frankreich, Hongkong, Japan, Großbritannien und Belgien. Deutsche sind laut Al Dschasira nicht an Bord gewesen. „Wir haben bisher keine Erkenntnisse darüber, dass auch deutsche Opfer dabei sein könnten“, sagte Bundesaußenminister Guido Westerwelle in Berlin.

Der Heißluftballon war zu einem Rundflug über die bei Reisenden sehr beliebten Stadt Luxor gestartet. Das Unglück ereignete sich über einer Zuckerrohrplantage ganz in der Nähe der Stadt. Den Rettungskräften bot sich ein Bild der Zerstörung, die Absturzstelle war mit Trümmern und toten Menschen übersät.

Während eine Touristin per Twitter mitteilte, dass der Ballon in eine Hochspannungsleitung geflogen und in Brand geraten sei, berichtet das arabische Nachrichtenmagazin Al Ahram von einer anderen Ursache: Demnach entfachte sich das Feuer an einem kaputten Gasschlauch. Al Ahram beruft sich auf einen Mitarbeiter der betroffenen Ballonreisen-Firma. Der Brand  habe zu einer Explosion des Gasbrenners geführt, der Ballon sei daraufhin zerplatzt.

„Es ist schrecklich, es ist so schrecklich“, sagte ein Sprecher aller ägyptischen Ballonreisen-Veranstalter dem Portal AlArabiya.net. „Wir wissen noch nicht genau, was passiert ist oder was für den Unfall verantwortlich ist.“ Ein Augenzeuge schreibt auf Twitter, dass einige der Ballonfahrer aus großer Höhe aus dem Korb des Ballons gesprungen seien. Nur der Ballonführer und ein Tourist überlebten diese Sprünge.

Heißluftballon-Fahrten in Luxor sind bei den Reisenden beliebt. Viele Touristen schauen sich jedes Jahr die historischen altägyptischen Stätten wie die Tempel der Pharaonen und das legendäre Tal der Könige aus der Luft an.

photo by: andrew_mc_d
Die Nationalflagge von Kongo

Friedensplan für Kongo nimmt Gestalt an

Die Nationalflagge von Kongo

Die Nationalflagge von Kongo

Delegierte aus zahlreichen afrikanischen Ländern und Vertreter der Vereinten Nationen haben sich am Sonntag in Addis Abeba (Äthiopien) auf einen Friedensplan für die Demokratische Republik Kongo und die Gebiete um die großen Seen in Ostafrika geeinigt.

Die Demokratische Republik Kongo ist ein vom Krieg zerrissenes Land, das seit vielen Jahren um den Aufbau eines dauerhaften Friedens kämpft. An den Verhandlungen beteiligten sich Abgesandte aus Südafrika, Ruanda, Mosambik, Tansania, Uganda, Südsudan und natürlich der beiden Kongo-Staaten. Ban Ki Moon, der UN-Generalsekretär, war bei der Unterzeichnung des Friedensvertrages in der äthiopischen Hauptstadt anwesend.

„Die Unterzeichnung des Abkommens ist ein wichtiger Schritt. Aber es ist nur der Anfang eines umfassenden Ansatzes, der nachhaltiges Engagement erfordert“, sagte Ban Ki Moon auf einer Pressekonferenz am Montag. „Wir können den immer wiederkehrenden Zyklen von Gewalt nur durch einen innovativen Ansatz ein Ende setzen.“ Vor vier Wochen war der Vertragsabschluss noch an einem Streit gescheitert: Es war damals unklar, unter welchem Kommando die regionalen Friedenstruppen geführt werden. Die Friedenstruppen werden die Konfliktparteien im Ostkongo kontrollieren und diese gegebenenfalls zur Aufgabe neu aufflammender Kampfhandlungen zwingen.

Die gewalttätigen Auseinandersetzungen in der Region, an denen Rebellen der so genannten Bewegung M23 und Regierungstruppen beteiligt sind, dauern bereits seit fast zwanzig Jahren an. Inzwischen sind viele Menschen bei den Kämpfen ums Leben gekommen, mehr als eine Millionen Einwohner flohen aus den Krisengebieten und verloren so ihre Häuser und ihre Heimat.

Erfahrene Beobachter wie Jeffrey Gettleman (New York Times) bezweifeln, dass die aktuellen Vereinbarungen ausreichen, um einen dauerhaften Frieden im Kongo zu entwickeln: Allzu viele gewaltbereite Rebellengruppen verbergen sich nach seiner Ansicht in Gebirgslandschaften und sind jederzeit bereit, wieder zuzuschlagen. Bei ihren Attacken machen sie auch vor Zivilisten nicht halt, es kommt immer wieder zu skrupellosen Gewalttaten gegen unbewaffnete Bürger. Zahlreiche Vergewaltigungen gehen außerdem auf das Konto der Rebellen, die meist ungestraft entkommen können.

„Es ist wichtig, dass sich die Vereinten Nationen, Ruanda und Uganda am Friedensprozess im Kongo aktiv beteiligen, sonst wird es kaum ein Ende der Gewalt geben“, sagte John Prendergast, Gründer der Friedensinitiative Enough Project.   

Ghana: Crowdfunding-Dienst gewinnt Wirtschaftspreis

William Eden Senyo - CEO von Slice Biz

William Eden Senyo – CEO von Slice Biz

Das ghanaisches Unternehmen Slice Biz, das mit dem Finanzierungs-System des Crowdfunding arbeitet, ist jetzt als Gewinner des diesjährigen App4Africa-Preises ausgezeichnet worden.

Das Crowdfunding wird auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet. Mit dieser Geldbeschaffungs-Methode lassen sich Projekte, Firmengründungen, Produkte und die Umsetzung von Geschäftsideen mit Kapital versorgen. Kapitalgeber ist in der Regel eine große Zahl von Personen. Crowdfunding wird zumeist im Internet initiiert. Eines der ersten Crowdfunding-Projekte war beispielsweise die Internet-Plattform artistshare.com, mit welcher  der Musiker und Produzent Brian Camelio Kapital für neue Musikprojekte organisierte.   

Die Firma Slice Biz aus Ghanas Hauptstadt Accra beschreibt sich selbst als innovative Investment-Plattform, die eine alternative Finanzierung für Startups in Afrika bietet. Das Unternehmen plant jetzt einen Service, bei dem sich potenzielle Geldgeber per Telefon registrieren lassen können. Der Transfer des Kapitals erfolgt über eine Handy-App.

Slice Biz erhält für den Gewinn beim Apps4Africa-Wettbewerb ein Preisgeld von 10.000 US-Dollar. Der ghanaische Geschäftsmann William Edem Senyo ist der Gründer von Slice Biz, unterstützt wird er von Heather Cochran. Mit ihrem Unternehmen möchten sie das Crowdfunding-Modell, das in Europa inzwischen erfolgreich funktioniert, in Afrika etablieren.

„Viele Leute, die ein Unternehmen gründen oder ein Geschäft eröffnen wollen, erhalten von den Banken keinen Kredit“, erklärte Edem Senyo dem Magazin AfricaNews. „Sie haben oft gar keine Chance, irgendwo ein Darlehen zu bekommen. Jeder Mensch auf der Welt, der über genügend Geld verfügt, kann jetzt mit unserem Projekt hoffnungsvolle Start-ups in Afrika unterstützen. Wir wollen die Neugründer-Szene damit aufrütteln und ermutigen.“

Edem Senyo zeigte seine Freude über den Gewinn des Preises: „Vor drei Monaten habe ich meinen alten Job bei einer Bank aufgegeben, um mich ganz meinem Unternehmen Slice Biz zu widmen. Damals hätte ich nie geglaubt, dass ich den Wettbewerb Apps4Africa gewinnen könnte. Für unser Unternehmen und sein Image ist der Preis sehr wichtig.“

Slice Biz bittet die Crowdfunding-Teilnehmer, eine Summe zwischen 250 und 100.000 Dollar bereit zu stellen. Kleinere Beiträge können per Handy übersandt, größere Summen dagegen auf dem klassischen Bankweg transferiert werden.

Nigeria: Unklarheit über das Schicksal französischer Geiseln

Issa Tchiroma Bakary hier bei einem Empfang.

Issa Tchiroma Bakary hier bei einem Empfang. (c) Foto by Tanguy

Am frühen Donnerstagnachmittag (21.02.13) berichteten zahlreiche europäische und afrikanische Medien, dass die aus Kamerun nach Nigeria verschleppten französischen Geiseln wieder frei sind. Einige Stunden später dementierte Kameruns Informationsminister Issa Tchiroma Bakary die Meldungen: „Das ist ein verrücktes Gerücht“, sagte Bakary auf einer Pressekonferenz in Kameruns Hauptstadt Jaunde.

Das Schicksal der sieben entführten Touristen aus Frankreich ist damit weiter ungewiss. Als Geiselnehmer wird eine Gruppe nigerianischer Islamisten verdächtigt.

Unter den Geiseln befinden sich auch vier kleine Kinder. Die Gruppe war Anfang der Woche im Waza Nationalpark in der Nähe von Kameruns Grenze zu Nigeria gekidnappt worden.

Verschiedene französische Medien hatten am Donnerstag als erste davon berichtet, dass die Geiseln frei sind. „Die entführten Touristen sind wohlauf, wir haben gehört, dass sie inzwischen von nigerianischen Behörden betreut werden“, zitierte die Zeitung Le Figaro  einen hohen Armeeoffizier aus Kamerun.

„Das ist eine falsche Meldung und wir können dies nicht bestätigen. Wir wissen nicht, wer diese Nachricht in Umlauf gesetzt hat“, sagte Kameruns Informationsminister Issa Tchiroma Bakary.

Die Entführung der französischen Urlauber durch mutmaßliche islamistische Terroristen ist das erste Kidnapping dieser Art in Kamerun. Seit einiger Zeit halten sich allerdings Mitglieder der nigerianischen Gruppe der islamistischen Sekte Boko Haram und andere militante Islamisten der Gruppe Ansaru in der Region auf.

Boko Haram steht in dieser Gegend Afrikas für Schrecken und Terror. Beobachter vermuten, dass sich die kriminellen Aktionen von Islamisten gezielt gegen Frankreich und seine Bürger richten: Die militanten Kämpfer reagieren damit auf das Eingreifen des französischen Militärs in Mali.

Unter den sieben Geiseln befinden sich neben drei Erwachsenen vier Kinder: zwei Jungen und zwei Mädchen im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Nach Angaben des französischen Gas-Konzerns GDF Suez handelt es sich bei einem der Männer um einen seiner Mitarbeiter, der mit seiner Familie und einem Freund in dem Nationalpark unterwegs war.

Inzwischen sind französische Spezialeinheiten und ein Militärhubschrauber in der Gegend eingetroffen, wo die Geiseln und ihre Entführer vermutet werden. An der Suche sind auch Kräfte des französischen Geheimdienstes beteiligt.

Namibia erwägt ernsthaft Minröcke zu verbieten

Namibia: Heftige Debatte über Minirock-Verbot

Namibia erwägt ernsthaft Minröcke zu verbieten

Namibia erwägt ernsthaft Minröcke zu verbieten

Swasilands Regierung nahm Anfang Januar ein Minirock-Verbot zurück, das die Polizei erlassen hatte (wir berichteten). In Namibia gibt es zurzeit eine heftige Diskussion darüber, ob dort kurze Röcke bald illegal sein sollen. Sebastian Ndeitunga, der oberste Polizei-General des südafrikanischen Landes, hatte vor zwei Tagen angekündigt, dass jede Frau verhaftet werde, die „kurze und sehr knappe“ Mini-Röcke trägt.

Die kurzen Röcke sind nach Ansicht von Polizei-General Ndeitunga nicht mit der traditionellen Kultur Namibias vereinbar und außerdem provozieren sie angeblich Vergewaltigungen. In den sozialen Netzwerken hat seine Verbots-Ankündigung für Empörung gesorgt.

„Die Polizei kümmert sich viel zu wenig um die wirklichen Kriminellen, stattdessen will sie unsere verfassungsmäßig garantierten Freiheiten einschränken. Dass sie sich dabei auf die Bedeutung unserer Kultur beruft ist doch ein Witz“, schreibt ein User namens Abdallah Francis auf Facebook. „Herzlichen Glückwunsch – wie Diebe, Mörder, Vergewaltiger und Einbrecher sollen jetzt die Trägerinnen von Miniröcken als Verbrecher behandelt werden. Dann wird die namibische Polizei also demnächst ihre Zeit damit verbringen, die Länge von Röcken zu messen. In was für einer wundervollen Welt wir doch leben!“ postet ein User namens Hobie Clark.

Eine andere Userin weist darauf hin, dass schon ihre Urgroßmutter, ihre Oma und ihre Mutter kurze Röcke in Namibia getragen haben und sie werde es genauso tun. „Die Polizei sollte sich um die Suche nach Mördern und Verbrechern kümmern – und die finden sie bestimmt nicht unter einem Minirock“, empört sich Ricardo Goagsoeb auf Facebook.

Die namibische Frauenrechtlerin Amanda Kaipiti Utjiua sagte, dass ein Verbot von Miniröcken auch etwas mit der Unterdrückung von Frauen zu tun habe. „Warum beruft sich die Polizei auf die afrikanische Kultur und unsere Traditionen, wenn es doch nur darum geht, repressive Maßnahmen zu begründen. Wollen sie etwa demnächst alle Trägerinnen von Miniröcken verhaften – das ist kein gutes Zeichen für unser Land“, kritisiert Rob Parker.

In einigen Städten Namibias zeigten sich viele Frauen nach der Verbotsankündigung in Miniröcken auf der Straße. Es scheint eher unwahrscheinlich, dass sich die Polizei mit dem Minirock-Verbot langfristig durchsetzen kann.

photo by: Jacrews7

Südafrika: Staatsanwaltschaft hält Oscar Pistorius für einen eiskalten Mörder

Reeva Steenkamp starb im Alter von 29 Jahren

Reeva Steenkamp starb im Alter von 29 Jahren

Es mutet fast wie ein schlechter Krimi an: Während die Staatsanwaltschaft ihn wegen Mordes anklagt hat, beharrt der südafrikanische Sportstar Oscar Pistorius weiterhin darauf, dass er seine Freundin versehentlich erschossen habe.

Bei einer Anhörung vor dem Magistratsgericht in Pretoria (Südafrika) nahm der Richter die Mordanklage von Staatsanwalt Gerri Nel an. Für die Ankläger ist der weltbekannte Paralympics-Sprinter der Mörder seiner Freundin Reeva Steenkamp. Pistorius brach daraufhin in Tränen aus. Nach seiner Version habe er ein Geräusch im Badezimmer gehört und dort einen Einbrecher vermutet.

„Ich dachte, jemand wäre in mein Haus eingedrungen und ich war zu ängstlich das Licht anzumachen“, sagte der Profisportler bei der Anhörung. „Ich habe gedacht, meine Freundin liegt neben mir im Bett. Ich ging dann zum Badezimmer und habe aus Angst um mein Leben und das meiner Freundin durch die Tür geschossen.“ Nach seinen Schilderungen bemerkte er erst später, dass sich seine Lebensgefährtin in dem Badezimmer aufgehalten habe. „Ich schlug mit einem Kricketschläger die Tür ein und sah sie auf dem Boden liegen. Sie starb in meinen Armen. Der Mordvorwurf ist völlig haltlos.“

Die Staatsanwaltschaft und die Ermittler der Polizei sehen das ganz anders. Sie werfen Pistorius vorsätzlichen Mord vor. „Oscar Pistorius hat eine unschuldige und unbewaffnete Frau erschossen und außerdem ein Mordmotiv“, erklärte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer.  

Nach den Schilderungen des Staatsanwalts hat sich der beinamputierte Sportler in der Nacht der Tat zunächst in aller Ruhe seine Beinprothesen angeschnallt und sei dann mit einer Pistole zum Badezimmer gegangen. Dort habe sich seine Lebensgefährtin Reeva Steenkamp befunden und Pistorius müsse das gewusst haben. Er habe vier Schüsse durch die Tür abgegeben, die 29-Jährige wurde drei Mal getroffen und tödlich verletzt.

„Wenn ich mich bewaffne, einen Weg zurücklege und einen Menschen ermorde, dann ist das Vorsatz“, erklärte Staatsanwalt Nel. „Ich gehe sieben Meter und ich töte. Das Motiv ist: `Ich will töten.` So war es und nicht anders.“     

Pistorius hat inzwischen einige renommierte südafrikanische Anwälte mit seiner Verteidigung beauftragt. Die Strafverteidiger wollen auf Totschlag plädieren und so eine geringere Haftzeit erreichen.

photo by: zennie62