Die Bundesregierung möchte 330 Soldaten (Ausbilder, Sanitäter und Ärzte) nach Mali entsenden

Bundesregierung will 330 Soldaten nach Mali entsenden

Die Bundesregierung möchte 330 Soldaten (Ausbilder, Sanitäter und Ärzte) nach Mali entsenden

Die Bundesregierung möchte 330 Soldaten (Ausbilder, Sanitäter und Ärzte) nach Mali entsenden

Die französischen Truppen konnten die Rebellen in den letzten Wochen zwar aus ihren Hochburgen in Städten wie Timbuktu und Gao weitgehend vertreiben, doch der Feldzug gegen die Islamisten in Mali ist noch lange nicht beendet. Viele Aufständische sollen sich in unwegsame Gebirgsregionen im Norden des Landes zurückgezogen haben, dort können sie den französischen Soldaten leicht ausweichen.

Die Bevölkerung in vielen malischen Städten fürchtet, dass die Islamisten zurückkehren könnten. Mali ist auch einige Wochen nach dem Beginn des Eingreifens französischer Kräfte noch immer in zwei Hälften geteilt. Im nördlichen Teil des Landes sind noch zahlreiche Islamisten aktiv. Die malischen und die französischen Truppen bemühen sich darum, die betreffenden Regionen zu isolieren und so von der Lebensmittel- und Treibstoffversorgung abzuschneiden.

Um die Kompetenz der malischen Armee zu verbessern, wird die Europäische Union einige Hundert Militärausbilder schicken. Die deutsche Regierung will nicht nur Ausbilder, sondern auch Sanitäter und Ärzte entsenden. Nach aktuellen Plänen sollen ungefähr 330 Bundeswehrsoldaten nach Mali geschickt werden. Außer dem deutschen Personal werden auch Tankflugzeuge der Bundeswehr die französische Armee unterstützen. Die deutschen Soldaten werden aber nicht in die Kampfhandlungen eingreifen.

Die Ausbildungsmission für die Armee Malis wurde durch die EU-Außenminister beschlossen. Seit Mitte Januar sind deutsche Militärmaschinen am Transport von französischen und malischen Truppen beteiligt. Der Stützpunkt der Deutschen liegt in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. Über die weiteren Missionen soll der Bundestag am Freitag (22.01.13) entscheiden.

Insgesamt wollen sich etwa zwanzig EU-Staaten an der Ausbildungsmission in Mali beteiligen, die zunächst für 15 Monate geplant ist. Militärexperten gehen aber davon, dass der Einsatz länger dauern wird. „Es wird eine schwierige und nicht ungefährliche Mission“, sagte der französische General Patrick de Roussiers, der den Vorsitz des EU-Militärausschusses innehat. „Aber es ist aufregend, weil dieser Einsatz helfen wird, den Frieden wieder herzustellen.“ Die EU-Ausbilder wollen darauf achten, dass die malischen Soldaten die Menschenrechte einhalten. „Es ist eine wichtige Unterstützung für den politischen Prozess in Mali“, sagte der britische Außenminister William Hague.

Nigeria: Fans geschockt von Goldie Harveys plötzlichem Tod

Goldie Harvey starb im Alter von 29

Goldie Harvey starb im Alter von 29

Die 29-Jährige nigerianische R&B-Sängerin war gerade von der Grammy-Verleihung in Los Angeles nach Nigeria zurückgekehrt. Kurz nach ihrer Ankunft auf dem Flughafen von Lagos klagte Goldie Harvey über starke Kopfschmerzen. Sie wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert, wo sie kurz darauf unerwartet starb.

„Mit tiefer Betroffenheit geben wir den zutiefst schockierenden Tod unseres geliebten Musik-Stars Goldie Harvey bekannt“, ihre Plattenfirma „Kennis Music“ zeigte ihre Trauer in einer Pressemitteilung. Die Musikerin arbeitete gerade an ihrem neuen Werk „The Africa Invasion Album“. Goldie Harvey war nicht nur in Nigeria, sondern auf dem gesamten afrikanischen Kontinent beliebt.  

Während es zunächst keine Informationen über die Todesursache gab, sprechen erste Berichte in afrikanischen Medien jetzt von einer Hirnblutung. Bei der Grammy-Verleihung in den USA soll Goldie Harvey noch bester Laune gewesen sein und mit Rapperin Chiara gefeiert haben. Kein Zeichen wies auf eine ernsthafte Erkrankung hin.           

Goldie Harvey wurde am 23. Oktober 1983 in Nigerias ehemaliger Hauptstadt Lagos geboren, die mit über zehn Millionen Einwohnern zu den größten Städten der Welt gehört. Ihr Geburtsname ist Susan Oluwabimpe Filani, beide Eltern sind Direktoren verschiedener nigerianischer Banken. Goldie Harvey absolvierte nach der Primary School das christlich geprägte St. Johns College in Lagos. Ihre Musik-Karriere startete sie erst nach dem Abschluss als Business-Managerin an der Universität Sunderland.

In Zusammenarbeit mit dem erfolgreichen Produzent OJB Jazzreel veröffentlichte Goldie Harvey ihre Debütsingle mit dem Titel „Komole“. Nach ersten Erfolgen unterschrieb sie 2010 ihren ersten Vertrag bei einer Major-Plattenfirma, noch im selben Jahr wurde die Sängerin mit dem SoundCity Music Video Award prämiert.

Bereits ihr erstes Album wurde mit dem Gold-Status ausgezeichnet. Seit ihrer Teilnahme an der TV-Show „Big Brother Africa“ hatte Goldie Harvey eine Beziehung mit dem kenianischen Rapper Prezzo. Laut einem Bericht der kenianischen Tageszeitung Daily Nation war Prezzo am Donnerstag auf dem Weg nach Lagos, als er die traurige Nachricht erhielt. Auch für ihn kam der Tod der Musikerin vollkommen unerwartet.

Oscar Pistorius wird verdächtigt seine Freundin ermordet zu haben

Südafrika: Ermordete Oscar Pistorius seine Freundin?

War es Mord oder ein tragisches Versehen? Der südafrikanische Sprinter und Weltrekordhalter Oscar Pistorius wurde am Donnerstag von der Polizei verhaftet. Dem 26-Jährigen wird vorgeworfen, seine Freundin Reeva Steenkamp in seinem Haus erschossen zu haben. Reeva Steenkamp (30) arbeitete als Model. Am Freitag will die Staatsanwaltschaft in Pretoria Anklage gegen den Leichtathletikstar erheben. Pistorius wehrt sich gegen eine Anklage wegen Mordes: Er habe seine Freundin für einen Einbrecher gehalten und daher geschossen.

Oscar Pistorius wird verdächtigt seine Freundin ermordet zu haben

Oscar Pistorius wird verdächtigt seine Freundin ermordet zu haben

 ist seit dem vergangenen Jahr einer der bekanntesten Sportler weltweit: Der beinamputierte Südafrikaner startete mit seinen hochmodernen Prothesen als erster Läufer sowohl bei den Olympischen Spiele wie auch bei den Paralympics, wo er Gold im 400-Meter-Lauf in Rekordzeit gewann. Seitdem wird Pistorius auch „Fastes man on no legs“ genannt. Für viele behinderte Menschen auf der ganzen Welt gilt er als Hoffnungsträger.

Viele Südafrikaner können nicht glauben, dass der sympathische Leistungssportler ein Mörder  sein könnte. Noch versucht Oscar Pistorius den Tod seiner Freundin als tragisches Unglück zu erklären. Die Boulevardpresse stellte Vermutungen an, dass sich Frau Steenkamp zum Valentinstag heimlich in das Haus ihres Freundes geschlichen habe, ihn so überraschen wollte und er sie für einen Einbrecher hielt.  

Die Polizei in Pretoria teilte der südafrikanischen Tageszeitung Mail & Guardian inzwischen mit, dass bisher keine Spuren gefunden worden seien, welche die Einbruch-Theorie beweisen. Die Waffe, mit der Reeva Steenkamp getötet wurde, ist offiziell auf Pistorius zugelassen. Außerdem sei es auffällig, dass das Model mit vier Schüssen in Oberkörper und Kopf getötet wurde.

Eine Polizeisprecherin erklärte gegenüber einem südafrikanischen Fernsehsender, dass der 26-jährige Sportler schon vor diesem Vorfall, polizeilich aufgefallen ist. Die Polizei sei schon einmal wegen eines Deliktes (häusliche Gewalt) zum Haus von Pistorius gerufen worden.

In der Öffentlichkeit galten Pistorius und das schöne Model als Traumpaar. Die Blondine lebte in Johannesburg. Sie arbeitete als das erste südafrikanische Gesicht der Kampagnen des Kosmetik-Konzerns Avon. Sie legte im vergangen Jahr auch ihr Jura-Examen ab.

photo by: David Jones
Auf der AIDAmar die Welt erkunden

Winterfrust ade: Mit dem Kreuzfahrtschiff nach Afrika

Auf der AIDAmar die Welt erkunden

Auf der AIDAmar die Welt erkunden

Wenn in Deutschland im Februar die Eisblumen am Fenster blühen und viele Menschen vom Winter langsam die Nase voll haben, lockt Afrika mit angenehmen und im Süden auch sommerlichen Temperaturen. In Berlin bibbern die Menschen bei minus fünf Grad, in Casablanca liegen die Temperaturen bereits um die 15 Grad und in Südafrika herrscht mit 27 Grad und 10 Sonnenstunden schon längst Sommer.

Die Mandelblüte in Nordafrika Ende Februar gehört zu den berauschendsten Naturschauspielen: Ganz Marokko ist dann vom Duft der blühenden Mandelbäume durchzogen, die Farbenpracht ist überwältigend und die Besucher sind verzaubert.

Marokko mit seinen berühmten Städten Casablanca und Tanger lässt sich auf angenehmste Weise mit einer der AIDA Afrika Kreuzfahrten erreichen. AIDA bietet beispielsweise eine solche komfortable Reise von Hamburg über Dover / London, Le Havre / Paris und der  spanischen Hafenstadt Santander bis nach Casablanca an. Beim Zwischenstopp in Dover gibt es einen Abstecher in die britische Hauptstadt, wo der Buckingham-Palast und viele  historische Gebäude wie die Tower Bridge bewundert werden können. Weitere reizvollere Etappenziele sind Santander, La Coruna und Lissabon.

Der Aufenthalt in Casablanca gehört sicher zu den unvergesslichen Erlebnissen dieser Kreuzfahrt: Die größte marokkanische Stadt liegt direkt an der Atlantikküste, zu ihren wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört die Medina, die Altstadt, und die Moschee Hassan II., die 25.000 Gläubigen Platz bietet und damit eine der größten Kirchenbauten der Welt ist.

Detlef Harms - Kapitän der AIDAmar

Detlef Harms – Kapitän der AIDAmar

Das Endziel dieser Kreuzfahrt ist die wunderschöne Insel Teneriffa. Wie bei AIDA Afrika Kreuzfahrten üblich, haben die Reisenden die Wahl zwischen Innen-, Meerblick-, Balkon- oder Panoramakabine. Außerdem werden besonders exklusive Suiten angeboten.

Andere Afrika Kreuzfahrten mit AIDA führen in den Westen und Osten des Kontinents. Die Route Mittelmeer 18 mit dem Schiff AIDAmar führt von Mallorca über Tunis bis nach Ägypten. Zwischenstationen gibt es in Sizilien, Piraeus / Athen und Kreta.

In Tunesiens Hauptstadt Tunis, die unweit des Mittelmeeres liegt, lockt die historische Altstadt mit ihren reizvollen Gebäuden und dem lebhaften Markttreiben. Das Stadtbild von Tunis ist von dem starken Kontrast der orientalischen Altstadt und der europäisch modernen Neustadt geprägt. Im Zentrum der Altstadt, die aus einem verwirrenden Netz verwinkelter Gassen besteht, befindet sich die Ez-Zitouna Moschee, die aus dem 9. Jahrhundert stammt.

Der Schwerpunkt dieser AIDA Afrika Kreuzfahrt liegt auf Ägypten. Neben Kairo gehören auch das legendäre Luxor und Sharm El-Sheikh zu den Reisezielen. Kairo ist mit knapp 8 Millionen Einwohnern die größte Stadt der arabischen Welt, die Innenstadt besteht aus einem historischen und einem modernen Teil. Um das am Nil gelegene Luxor drehen sich viele Sagen aus dem alten Ägypten. Der Tempel von Luxor, die Obelisken und die Kolossalstatuen von Ramses II. gehören zu den weltbekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Robert Mugabe verdient ein Vermögen am Handel "Blutdiamanten"

Simbabwe: EU-Außenminister fordern Maßnahmen gegen blutigen Diamantenhandel

Robert Mugabe verdient ein Vermögen am Handel "Blutdiamanten"

Robert Mugabe verdient ein Vermögen am Handel „Blutdiamanten“

Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Berichte über den schmutzigen Diamantenhandel  in Simbabwe: Auf den Diamantenfeldern in dem südafrikanischen Land werden Zwangsarbeiter von Polizisten gefoltert, Kritiker bezeichnen die Edelsteine aus Simbabwe als Blutdiamanten. Es gibt inzwischen Massengräber von zu Tode drangsalierten Arbeitern, Soldaten gehen immer wieder brutal gegen die Diamantenschürfer vor.

EU-Politiker fordern jetzt, dass die europäischen Händler keine Blutdiamanten aus Simbabwe mehr kaufen dürfen. Doch die Unterbindung der Vermarktung der schmutzigen Edelsteine scheint schwierig: „Die Steine aus Simbabwe werden mit legalen Diamanten über globale Märkte zum Beispiel in Dubai, Indien und Südafrika gemischt“, sagte Dewa Mavingha der Zeitung taz. Mavingha ist Anwalt für Menschenrechte und Koordinator der „Crisis in Zimbabwe Coalition“ im südafrikanischen Johannesburg.

Die korrupte Regierung von Simbabwes Diktator Robert Mugabe füllt sich mit dem Handel der Blutdiamanten die Taschen. Die EU-Außenminister fordern Maßnahmen und Handelseinschränkungen gegen die simbabweschen Diamantenhändler. Der belgische Außenminister Didier Reynders drängt auf intensive Sanktionen gegen den Diamantenabbau in dem südafrikanischen Land. Nach Einschätzung von Beobachtern nutzt Diktator Mugabe das aus dem Blutdiamanten-Handel gewonnene Geld auch für den Ausbau seines unterdrückenden Machtapparates.

So werden beispielsweise ganze Einheiten von kontrollierenden Sicherheitskräften durch die Edelstein-Einnahmen finanziert. Auf diese Weise trägt das Diamanten-Geld dazu bei, die Entwicklung einer freien Demokratie in Simbabwe zu unterdrücken. Es gibt eine deutliche Verbindung zwischen den Unternehmen des Diamant-Bergbaus und den Geheimdiensten, der Polizei und dem Militär.

Machthaber Mugabe nutzt die staatlichen Kräfte auch, um politische Gegner zu foltern und zu töten. Alleine im letzten Jahr starben so mehr als 200 Menschen. Die Politiker der EU möchten alles dafür tun, dass der Diktator und sein System bald Vergangenheit sind. „Wir hoffen, dass es in Simbabwe in naher Zukunft freie Wahlen und eine Entwicklung hin zur Demokratie gibt“, sagte Außenminister Reynders am Mittwoch in Brüssel. Nach den Forderungen der EU-Außenminister soll der Handel mit Diamanten aus Simbabwe so lange eingeschränkt bleiben, bis sich eine Demokratie etabliert hat.

Kommt der nächste Papst aus Afrika?

Kardinal Peter Turkson hat gute Chancen Papst zu werden

Kardinal Peter Turkson hat gute Chancen Papst zu werden

Kardinal Peter Turkson aus Ghana und sein Amtskollege Francis Arinze aus Nigeria werden zurzeit nicht nur in deutschen Medien ganz hoch gehandelt, wenn es um die Nachfolge von Papst Benedikt XVI. geht. Der deutsche Papst hatte am Montag überraschend seinen Rücktritt für den 28. Februar angekündigt.

Obwohl außer den beiden Afrikanern noch einige weitere Kandidaten aus den USA, Italien und Österreich genannt werden, ist es gut möglich, dass der neue Papst aus Nigeria oder Ghana stammt:  Denn während in Deutschland seit Jahren die Zahl der Kirchenaustritte steigt, wächst in Afrika die Zahl der Gläubigen rasant.

Heute sind schätzungsweise 170 Millionen Afrikaner Mitglieder der katholischen Kirche. Der Einfluss afrikanischer Bischöfe und Kardinäle wächst dementsprechend. Die Päpste würdigen die Bedeutung Afrikas: Johannes Paul II. besuchte den Kontinent 16 Mal, Benedikt XVI. reiste zuletzt nach Kenia, Kamerun, Benin und Angola. Er ernannte zahlreiche afrikanische Bischöfe zu Kardinälen und brachte sie in bedeutende Positionen.

Der heute 64 Jahre alte Peter Turkson aus Ghana ist einer von ihnen. Er wird jetzt als einer der Favoriten auf den Papstthron gehandelt. Turkson wurde am 11. Oktober 1948 in der ghanaischen Stadt Wassaw Nsuta geboren. Er studierte Katholische Theologie und Philosophie in Pedu und in New York. Die Priesterweihe empfing er am 20. Juli 1975 in der Franz von Sales-Kathedrale. Anschließend arbeitete Turkson im Erzbistum Cape Coast in Ghana.

Von 1980 bis 87 war er als Lehrer am Priesterseminar seines Bistums tätig. Nach seiner Promotion lehrte er als Professor an der Universität von Anyama, Elfenbeinküste. Papst Johannes Paul II. ernannte Peter Turkson 1992 zum Erzbischof von Cape Coast, kurz darauf wurde er zum Leiter der Bischofskonferenz von Ghana berufen. Elf Jahre später stieg Turkson in den Rang eines Kardinals auf. Seit 2009 ist er Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden.

Francis Arinze (81) ist der zweite afrikanische Favorit. Er stammt aus Nigeria, leitete viele Jahre die Bischofskonferenz seines Heimatlandes und wurde von Papst Johannes Paul II. zum Präsidenten des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog ernannt.

Nigeria gewinnt den Afrika-Cup

Die Super Eagles aus Nigeria haben zum dritten Mal den Afrika Cup gewonnen

Die Super Eagles aus Nigeria haben zum dritten Mal den Afrika Cup gewonnen

Die Super Eagles sind wieder da: Nach ihren Siegen 1980 und 1994 gewinnt die nigerianische Nationalmannschaft zum dritten Mal die Afrika Fußballmeisterschaft. Im Stadion von Johannesburg kam es am Sonntagabend zum Finale zwischen Nigeria und Burkina Faso, das sich als Außenseiter überraschend ins Endspiel gekämpft hatte.

Für das Team des kleinen westafrikanischen Landes war alleine das Erreichen des Finales die Erfüllung eines Traums. „Das hätte uns keiner zugetraut. Als wir ins Turnier gestartet sind, hat unser Trainer als einziger an uns geglaubt“, sagte Kapitän Charles Kabore vor dem Spiel.

Nigeria wollte nach einer langen Durststrecke unbedingt an alte glorreiche Zeiten anknüpfen. In den 1990er Jahren spielten die Golden Eagles einen so erfolgreichen Fußball, dass der Weltmeistertitel nur noch eine Frage der Zeit schien. „Das Team damals hatte einen unglaublichen Esprit, einen brüderlichen Zusammenhalt, eine starke Mentalität und einen festen Charakter“, sagte Trainer Keshi und hoffte gleichzeitig, dass die junge Generation etwas von diesen Eigenschaften im Endspiel zeigt. Wie damals etwa Jay Jay Okocha hat Nigeria auch heute mit Obi Mikel einen Mittelfeldstrategen von exzellenter Güte. Obi Mikel wurde mit Chelsea bereits Sieger der Chamions-League.

Schon im Gruppenspiel war es zu einer Begegnung von Nigeria und Burkina Faso gekommen, die mit einem 1:1-Unentschieden endete. Im ausverkauften Fußballstadion Soccer City in Johannesburg konnte sich Nigeria im Finale mit einem 1:0 gegen den Herausforderer durchsetzen. Der Siegtreffer gelang Sunday Mba bereits in der 40. Minute. „Ich bin einfach überglücklich“, sagte Mba nach dem Spiel dem TV-Sender Eurosport. „Das wird meine Karriere prägen, das ist der größte Tag meiner Laufbahn.“

Die Super Ealges gewannen verdient. Sie zeigten einmal mehr, dass sie ein eingespieltes Team sind, das auf hohem Niveau bestens harmoniert und dabei einen stetigen Teamgeist beweist. Trainer Stephen Keshi gelang mit dem Sieg seiner Mannschaft die seltene Leistung,  als Spieler und als Trainer die Afrikameisterschaft zu gewinnen. Als Gewinner des Afrika-Cups wird Nigeria im Juni am Confederations Cup in Brasilien teilnehmen.  

Die Nationalflagge von Senegal

Senegal: Prozess gegen den grausamen Diktator Hissene Habre beginnt

Die Nationalflagge von Senegal

Die Nationalflagge von Senegal

Hissene Habre, der ehemalige Präsident des Tschads, wird für den Tod von mehr als 40.000 Menschen verantwortlich gemacht. Im Senegal eröffnete ein Sondergericht am vergangenen Freitag den Prozess gegen Habre. Der tschadische Ex-Dikator hatte während seiner Amtszeit (1982 bis 1990) die massenhafte Tötung von Angehörigen der Volksgruppen der Zaghwa, der Hadjerai und der Sara angeordnet.

Eine Untersuchungskommission ermittelte nach seiner Entmachtung gegen Habre: Er ließ politische Gegner und Menschen bestimmter ethnischer Herkunft systematisch foltern, er stiftete seine Schergen zu über 40.000 Morden an, die politisch motiviert waren. Der Ex-Dikator wird seit dieser Zeit auch „Pinochet Afrikas“ genannt.    

Das Magazin „All Africa“ bezeichnet den Prozess gegen Habre als Wendepunkt und Meilenstein in der afrikanischen Justiz: Es ist das erste Mal, dass ein ehemaliger afrikanischer Staatsführer in einem anderen afrikanischen Land vor Gericht steht. Nach dem Sturz seiner Regierung war Habre in den Senegal geflohen. Die belgische Justiz stellte wegen Menschenrechtsverletzungen während seiner Amtszeit 2005 einen internationalen Haftbefehl gegen ihn aus und beantragte seine Auslieferung.

Habre befand sich zu dieser Zeit schon in der Haft im Senegal. Der senegalesische Justizminister sah sich in diesem Fall als nicht zuständig und überließ die Entscheidung dem Präsidenten der Afrikanischen Union (AU). Die führenden Mitglieder der AU beschlossen, dass Habre im Senegal vor Gericht gestellt werden soll. Im Jahr 2008 verurteilte der Strafgerichtshof in Tschads Hauptstadt N´Djamena den ehemaligen Diktator des Landes in Abwesenheit zum Tode.

Am Freitag eröffnete das Sondergericht in Dakar (Senegal) den Prozess und erklärte das Ziel, „den Opfern und ihrem unerträglichen Leid“ gerecht werden zu wollen. Die Richter planen mit einer Verfahrensdauer von etwa 15 Monaten. Es sollen Zeugen aus dem Tschad, Belgien und dem Senegal gehört werden. Das Gericht hat die Absicht möglichst viele Verbrechen, die im Namen von Habre erfolgten, zu untersuchen. Viele Angehörige seiner Opfer haben Klage bei belgischen Gerichten eingereicht, daher werden auch zahlreiche Justizbeamte aus Belgien angehört.  

Tunesien: Gewalttätige Proteste nach dem Mord an Chokri Belaid

Chokri Belaid wurde von unbekannten erschossen

Chokri Belaid wurde von unbekannten erschossen

Unbekannte töteten am Mittwoch den tunesischen Oppositionspolitiker Chokri Belaid. Nach der Ermordung des 48-Jährigen steht das nordafrikanische Land unter Schock. Tausende Protestler demonstrierten am Donnerstag gegen die Regierung, es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Schwere Krawalle erschütterten Tunesien, es waren die heftigsten Proteste seit der Revolution vor zwei Jahren. Die Demonstranten setzten das Zentralgebäude der islamistischen Partei Ennahda in Brand, die die Regierung stellt. Nach einem Bericht der französischen Tageszeitung Le Figaro kam ein Polizist bei den Protesten ums Leben.

Regierungschef Hamadi Jebali löste sein von Islamisten geprägtes Kabinett auf und kündigte Neuwahlen an. Bis zu den Wahlen soll eine Übergangsregierung die Geschicke des Landes lenken. Mit dieser Ankündigung möchte Ministerpräsident Jeabali den Protestlern den Wind aus den Segeln nehmen und die Ordnung auf den Straßen wieder herstellen.   

Chokri Belaid war am frühen Mittwochmorgen vor seinem Haus in der Hauptstadt Tunis erschossen worden. Seine Ehefrau gab in einem Interview mit einem tunesischen TV-Sender der Regierung die Schuld am Tod ihres Mannes. Viele der gewaltbereiten Demonstranten sehen das genauso.

Der linke Oppositionspolitiker war in Tunesien sehr beliebt. Er wollte ganz anders als die regierende islamistische Partei eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Chokri Belaid war mit seinen Forderungen einer der schärfsten Kritiker der amtierenden Regierung. Der 48-Jährige war der Führer der Oppositionspartei „Bewegung der demokratischen Patrioten“, die sich kurz nach der Revolution vor zwei Jahren gegründet hatte.

Europäische Politiker zeigten sich in ersten Statements entsetzt angesichts der Ermordung von Belaid und der anschließenden Gewaltausbrüche. „Die wachsende Zahl an politischen Gewalttaten durch extremistische Gruppen ist eine Gefahr für den politischen Wandel in Tunesien“, sagte Catherine Ashton, EU-Außenbeauftragte auf einer Pressekonferenz in Brüssel. Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle rief die politisch Verantwortlichen in Tunesien dazu auf, das Erbe der friedlichen Revolution zu erhalten. Auch der französische Staatspräsident zeigte sich tief beunruhigt angesichts der gewaltsamen Unruhen und der Gewalteskalation in der ehemaligen französischen Kolonie.

Google ehrt Afrika-Forscherin Mary Leakey mit einem Doodle

Google ehrt Afrika-Forscherin Mary Leakey mit einem Doodle

Google ehrt Afrika-Forscherin Mary Leakey mit einem Doodle

Bereits seit dem Jahr 2000 lässt die Suchmaschine Google sein Logo auf der Startseite zu besonders Anlässen verschönern oder in einer ganz speziellen Art gestalten. Zu Ehren des Gitarristen Les Paul gab es beispielsweise vor zwei Jahren ein Gitarren-Doodle, auf dessen Saiten die User Musik machen konnten. Gestern ehrte Google die britische Afrika-Forscherin Mary Leakey zu deren 100. Geburtstag.

Die Wissenschaftlerin entdeckte in Ostafrika den Schädel eines Urzeitaffens und später die  versteinerten Fußabdrücke eines aufrecht laufenden Frühmenschen. Google zeigt mit seinem Gemälde-Doodle genau diese Szene: Leakey kniet im afrikanischen Sand und untersucht mit ihrem Archäologen-Werzeug die Fußspuren. Auf dem Bild sind auch die beiden Dalmatiner zu sehen, die die Forscherin auf ihren Reisen stets begleiteten.

Mary Leakey wurde am 6. Februar 1913 in London geboren. Sie interessierte sich schon als Kind für Ausgrabungen und Archäologie. Ihr Vater war mit Howard Carter befreundet, der in Ägypten das Grab von Tutanchamun entdeckt hatte. Bereits im Alter von zehn Jahren nahm Mary an Ausgrabungen teil.

In der Schule hatte sie wegen ihres aufsässigen Wesens immer wieder Schwierigkeiten, sie wurde mehrmals der Schule verwiesen. Obwohl sie keinen formalen Schulabschluss besaß, nahm Mary an Vorlesungen über Geologie und Archäologie teil. Sie bekam auch ohne Universitätsabschluss einen Job in einem Ausgrabungsteam.

1933 heiratete Mary den Paläoanthropologen Louis Leakey. Mit ihm zusammen verließ sie England, um Ausgrabungen in Kenia und Tansania zu unternehmen. Ihren ersten großen Fund machte Mary Leakey im Oktober 1948 in Kenia: Sie entdeckte den bis heute vollständigsten Schädel eines 18 Millionen Jahre alten Vormenschen, dem so genannten Proconsul africanus.

Gut zehn Jahre später fand sie in der Olduvai-Region in Kenia einen Frühmenschen-Schädel, der sogar noch Zähne im Kiefer hatte. Sein Alter wird auf 3,6 Millionen Jahre geschätzt. Dieser Vormensch wird in der Wissenschaft als Pranthropus boisei bezeichnet, er erhielt wegen seiner starken Backenzähne den Beinamen „Nussknacker- Mensch“. Mary Leakey starb am 9. Dezember 1996 in Nairobi, Kenia.