Mali: Soldaten nehmen Al-Qaida Kämpfer fest

François Hollande möchte den Al-Qaida Kämpfern den Rückzug abschneiden

François Hollande möchte den Al-Qaida Kämpfern den Rückzug abschneiden

Bei ihrem Kampf gegen die islamistischen Rebellen gelang malischen Streitkräften im Norden des Landes am Dienstag ein besonderer Erfolg: Die Soldaten konnten acht Kämpfer verhaften, die mutmaßlich der Terrorgruppe Al Quaida angehören. Die Festnahme der Islamisten gelang wohl auch deswegen, weil die französische Luftwaffe die Verstecke der Rebellen und deren Treibstofflager in der Nähe der Grenze zu Algerien gezielt mit Kampfjets angegriffen hatte.

Das Camp der Aufständischen befand sich nach einem Bericht des arabischen Nachrichtensenders Aljazeera in einer Wüstenlandschaft. Die festgenommenen Kämpfer werden jetzt in die malische Hauptstadt Bamako gebracht und dort vor ein Gericht gestellt. Zu den Verhafteten gehören sechs Malier, ein Nigerianer und ein Algerier.

In Brüssel sind derweil Delegierte aus der Afrikanischen Union, der westafrikanischen Wirtschaftsorganisation ECOWAS, der Vereinten Nation und der Europäischen Union zusammengetroffen, um über die Zukunft von Mali zu diskutieren.

Seit dem Beginn des Eingreifens der französischen Armee sind jetzt drei Wochen vergangen. Es gelang den Franzosen, die Rebellen aus den meisten Hochburgen und Städten im Norden Malis zu vertreiben. Die Städte Timbuktu und Gao sind befreit. „Jetzt geht es darum, die Lager und die Treibstoffbasen der Terroristen im Hinterland zu zerstören“, erklärte der französische Außenminister Laurent Fabius dem Radiosender France Inter. „Die Aufständischen sind in den Norden und Nordosten geflohen, sie können dort aber langfristig nur überleben, wenn sie Zugang zu ihren Lagern und Depots haben, um ihre Vorräte aufzufüllen. Und genau das werden wir verhindern. Wir wissen genau, wie wir sie sehr effizient stoppen können.“

Viele Islamisten sind in der Region Kidal untergetaucht, dort gibt es eine gebirgige Landschaft mit zahlreichen Höhlen. Den Rebellen soll es gelungen sein, sieben Franzosen als Geiseln zu nehmen. Die Regierung von Algerien teilte am Dienstag mit, dass sie die Grenzen zu Mali intensiver überwacht, um so eine weitere Flucht der Aufständischen und die Infiltration des eigenen Landes zu verhindern.

Der französische Staatspräsident Francois Hollande sagte bei einem Besuch in Mali, dass die Truppen Frankreichs das Land erst verlassen werden, wenn sämtliche Rebellengruppen und Al-Quaida-Mitglieder vertrieben worden sind.

Didier Drogba

Afrika-Cup: Top-Favorit Elfenbeinküste fliegt aus dem Turnier, Mali steht im Halbfinale

Didier Drogba

Didier Drogba

Superstar Didier Drogba wollte in diesem Jahr unbedingt die Afrika-Meisterschaft gewinnen – doch der Traum ist ausgeträumt. Der Stürmer flog mit seinen Kollegen von der favorisierten Mannschaft der Elfenbeinküste bereits im Achtelfinale aus dem Wettbewerb. Damit droht die goldene Generation der Cote d´Ivoire ohne einen großen Titel zu bleiben.

Nigeria besiegte die Elfenbeinküste am Sonntag im Viertelfinale im Stadion von Rustenburg  überraschend mit 2:1. Die nigerianische Mannschaft war kurz vor der Pause durch einen Treffer von Emmanuel Emenike in Führung gegangen, die Elfenbeinküste glich in der 50. Minute durch ein Tor von Cheik Tiote aus. Nach einem harten Kampf konnte Sunday Mba in der 78. Minute den Siegtreffer für die Super Eagles aus Nigeria erzielen. Das hoch gelobte Team um Didier Drogba zeigte sich bitter enttäuscht. Die Nationalmannschaft der Elfenbeinküste ist jetzt bereits seit 21 Jahren ohne einen Titelgewinn.  

In den Gruppenspielen hatte sich die Cote d´Ivoire zuvor noch als Favorit bewiesen: Keine andere Mannschaft holte so viele Punkte wie die Elfenbeinküste. Viertelfinalgewinner Nigeria – Sieger des Turniers in den Jahren 1980 und 1994 – trifft jetzt auf Mali.

Die Nationalmannschaft Malis setzte sich gegen Gastgeber Südafrika durch. Mannschaftskapitän Keita gelang der Ausgleich zum 1:1, so wurde das Elfemeterschießen
möglich, in dem sich Mali mit 3:1 durchsetzte. Teamchef Keita widmete den Sieg dem Frieden in Mali: „Dieser Sieg bedeutet jedem einzelnen in Mali eine Menge“, sagte er nach dem Spiel.

Keita hatte sich bereits vor dem Turnier dafür eingesetzt, dass ein Teil der Mannschaftsprämien für den Kampf des Militärs gegen die Islamisten gespendet wird. Die islamistischen Rebellen hatten das Anschauen von Fußballspielen als westlichen Einfluss genauso verboten wie Tanz, Alkohol, Musik und Rauchen. Mali hofft nach der Befreiung der großen Städte im Norden jetzt auf eine friedliche Entwicklung.

Neben Nigeria und Mali sind auch Ghana und Burkina Faso für das Halbfinale qualifiziert. Die Spiele der besten vier finden am Mittwoch (6. Februar) statt, das Finale steigt am nächsten Sonntag im Stadion von Johannesburg.

Harnas: Wo sich Löwe und Zebra gute Nacht sagen

Immer mehr junge Leute wollen in ihrem Urlaub nicht nur cool am Strand abhängen, sie bevorzugen eine aktive Alternative wie sie beispielsweise Harnas in Namibia bietet. Die Harnas Wildlife Foundation betreibt eine Farm in einem Schutzgebiet, um dort kranke Wildtiere zu gesund zu pflegen und auf die Rückkehr in die Freiheit vorzubereiten. Neben dem tiermedizinischen Zentrum unterhält Harnas ein Tier-Waisenhaus. Zahlreiche junge freiwillige Helfer aus Europa unterstützen die Farm durch ihre Mitarbeit.

So kann es sein, dass ein Volunteer, der in Deutschland als Büroangestellter arbeitet, in Harnas für die Pflege eines verwaisten Baby-Pavians zuständig ist. Der kleine Affe hält den freiwilligen Helfer rund um die Uhr auf Trab. Er will alle paar Stunden seine Fläschchen und genauso viel Aufmerksamkeit und Fürsorge wie ein Menschenbaby. Manche Freiwillige verbringen nur ein paar Wochen auf Harnas, andere bleiben gleich sieben Monate am Stück dort.

Die Farm Harnas liegt ungefähr 300 Kilometer östlich von Namibias Hauptstadt Windhoek. Das Tierschutz-Projekt wurde 1978 von Nick und Marieta van der Merwe gegründet. Das Ehepaar hatte eine illegal angebotene Meerkatze gerettet, die auf ihrer Farm Zuflucht fand. Dem kleinen Affen folgten schnell weitere afrikanische Wildtiere. Heute leben Löwen, Geparden, Wildhunde, Mungos, Zebras, Paviane, Springböcke und viele andere Arten in den großen Gehegen von Harnas. Sobald die verletzten Tiere wieder fit sind, werden sie aus den Anlagen in die Wildnis entlassen.

Um die hohen Kosten für den Unterhalt der Tiere und der Farm decken zu können, hat die Familie Merwe ihre Tierschutzstation für freiwillige Helfer und für Besucher geöffnet. Es gibt neben den großen Tiergehegen und dem eigentlichen Haupthaus inzwischen auch eine Volontärszentrale und eine Gästefarm. Harnas ist mittlerweile von einem Schutzgebiet für Wildtiere umgeben. Brad Pitt und Angelina Jolie haben die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen.

Angelina Jolie lernte die Farm bei Dreharbeiten kennen. Sie finanzierte unter anderem einen 40 Kilometer langen Zaun, der das Schutzgebiet rund um die Farm umgibt. Zurzeit baut die Harnas Wildlife Foundation einen Kindergarten und eine Schule für die einheimischen Kinder.

Die Nationalflagge von Mosambik

Mosambik: Mehr als 70 Menschen sterben bei Überschwemmungen

Die Nationalflagge von Mosambik

Die Nationalflagge von Mosambik

Durch die starken Regenfälle der letzten zwei Wochen ist der Fluss Limpopo über die Ufer getreten und hat den Norden und den Südosten von Mosambik in eine Seenlandschaft verwandelt. Inzwischen sind große Teile der Region unbewohnbar: Laut den Angaben der Behörden sind alleine in den letzten Tagen mehr als 50 Zentimeter Regen gefallen. Ungefähr 169.000 Menschen wurden von Rettungskräften und mit Hilfe der Armee evakuiert. Es sind mehr als 70 Todesopfer zu beklagen. Tausende sind auf der Flucht vor dem Hochwasser.  

Einige Bezirke und die Städte Chokwe und Guija sind ohne Wasser- und Stromversorgung. In der 70.000 Einwohner-Stadt Chokwe haben sich viele Menschen auf die Hausdächer geflüchtet. Die meisten Straßen sind meterhoch überflutet. Die Vereinten Nationen versorgen die evakuierten Menschen in Notunterkünften mit Lebensmitteln. Die Regierung in Maputo bittet weitere Hilfsorganisationen um Unterstützung.

Das staatliche Fernsehen von Mosambik zeigt Bilder von Kindern, die hungern und kein Wasser haben. In der Reportage ist ein Mann zu sehen, der einen leeren Teller in die Kamera hält und sagt: „Schaut her, wir verhungern hier. Die Regierung muss Hilfe schicken.“ Die Flut birgt eine weitere Gefahr: Lebensmittel die von der Flut durchnässt wurden, sind von gefährlichen Keimen kontaminiert – und dennoch essen viele Menschen die verdorbene Nahrung.

Der zuständige Minister warnte die Bevölkerung im Süden Mosambiks vor weiteren starken  Regenfällen und Überschwemmungen. Nach Auskunft von Focus.de hat die Weltbank dem südostafrikanischen Land 50 Millionen Dollar (37 Millionen Euro) für die Beseitigung der Flutschäden zugesagt.       

Inzwischen hat auch die South African National Defence Force (SANDF) mit der Hilfe für Mosambik begonnen. Die Organisation fliegt mit Helikoptern in die Flutgebiete, rettet Menschen und bringt Lebensmittel. Mehr als 150 Tonnen an Nahrungsmitteln sind mittlerweile auf diese Weise in das Krisengebiet geliefert worden.

Das südostafrikanische Land wird immer wieder von Überschwemmungen heimgesucht. Bei der Hochwasser-Katastrophe im Februar 2000 waren mehr als 1000 Menschen in Mosambik ums Leben gekommen.

Im April wurde Timbuktu von den Rebellen eingenommen.

Mali: Französische Truppen erreichen letzte Islamisten-Hochburg

Im April wurde Timbuktu von den Rebellen eingenommen.

Im April wurde Timbuktu von den Rebellen eingenommen.

Es sieht zurzeit nach einem schnellen Erfolg der französischen Armee in Mali aus. Gut vierzehn Tage nach dem Einmarsch der Franzosen in dem zuvor größtenteils von Islamisten besetzten westafrikanischen Land, erreichten die Truppen am Mittwoch die letzte Terroristen-Hochburg in der Stadt Kidal. Den französischen Soldaten gelang es bereits, den Flughafen von Kidal zurück zu erobern. Damit erreichten sie einen weiteren wichtigen militärischen Erfolg. Inzwischen sind erste Militärmaschinen aus Frankreich auf dem Flughafen gelandet. Aus Malis Hauptstadt Bamako wurden zudem einige Hubschrauber geschickt.  

Gemeinsam mit Einheiten aus Mali konnten die Franzosen in den letzten Tagen auch die Städte Gao und Timbuktu einnehmen. Bei diesen militärischen Aktionen konnten zahlreiche radikale Islamisten festgenommen werden. „Ich kann bestätigen, dass die französischen Truppen in Kidal einmarschiert sind“, sagte Haminy Belco Maiga, der Sprecher der Stadt, auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. „Die Soldaten kamen spät in der Nacht am Flughafen an.“

Die Kämpfe in Kidal dauerten am Mittwochabend noch an. Nach zahlreichen Einsätzen der französischen Luftwaffe setzen Bodentruppen die Auseinandersetzungen fort. Neben den islamistischen Aufständischen sind auch Kämpfer der Tuareg und der islamischen Gruppe Ansar Dine aktiv. Außerdem unterstützt die neue Gruppe Islamische Bewegung für Azwawad unter ihrem Anführer Alghabass Ag Intalla die Rebellen. Nach französischen Medienberichten gibt es erste Verhandlungen zwischen der französischen Armee und den Islamisten.

„Die Franzosen haben Position bezogen“, sagte ein Vertreter der Gruppe Islamische Bewegung für Azwawad. „Wir führen jetzt Verhandlungen. Unser Chef spricht gerade mit ihnen.“ Die französische Regierung möchte ihre Truppen so schnell wie möglich aus Mali abziehen. „Es war unser Plan, Gao, Timbuktu und Kidal zu befreien“, sagte der französische Außenminister Laurent Fabius am Mittwoch. „Nun müssen die afrikanischen Länder den Stab übernehmen.“

Die Regierung der USA zeigte gestern ihre Bereitschaft, Mali mit logistischer Hilfe zu unterstützen: „Wir werden Transportmaschinen für Truppen aus Togo und dem Tschad bereitstellen“, erklärte George Little, Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Tschad und Togo möchten mit etwa 2700 Soldaten zur Stabilisierung der Lage in Mali beitragen.

photo by: Magharebia

Afrika-Cup: Mali, Südafrika und Ghana im Viertelfinale

Fussballfan

Fussballfan

Mit Ghana, Südafrika und Mali stehen jetzt weitere Teams für die Runde der letzten Acht bei der Afrika-Fußballmeisterschaft in Südafrika fest. Während Ghana und Mali zu den Favoriten gehören, ist das Erreichen des Viertelfinales von Kap Verden schon eine echte Überraschung. Auch Gastgeber Südafrika ist bereits qualifiziert.

Ghana wurde im Stadion von Port Elizabeth seiner Favoritenrolle gerecht und schlug Niger souverän mit 3:0. Asamoha Gyan gelang schon in der 6. Minute der erste Treffer. Der beim FC Porto spielende Atsu konnte eine gute Viertelstunde später nachlegen. Eine Flanke von Gyan nutzte Atsu eiskalt: er schoss den Ball seelruhig an Torwart Daouda vorbei ins lange Eck. Niger hatte zwar in der 9. Minute einen Treffer erzielt, der Schiedsrichter gab das Tor wegen eines Fouls am Torkeeper aber nicht. Schon kurz nach der Halbzeit machte Ghana mit dem dritten Goal alles klar: Torwart Daouda konnten einen Ball nicht richtig festhalten, Boye kickte zum Treffer ein. Ghana trifft am kommenden Samstag im Viertelfinale auf die Kapverden.

Ganz anders erspielte sich Mali – 2012 immerhin Dritter des Afrika-Cups – den Einzug ins Viertelfinale: In Durban gelang dem Team aus dem zurzeit kriegsgeschüttelten Land ein glückliches 1:1 gegen DR Kongo. Bereits in der 3. Minute war Kongo durch einen Foulelfmeter in Führung gegangen. Die Mannschaft aus Mali konnte zwar zehn Minuten später durch Mamadou Samassa ausgleichen, doch dann begann das große Zittern. In einem kämpferischen Hin und Her hatte Mali zwar die deutlich besseren Chancen – immer wieder trafen die malischen Spieler die Latte oder den Pfosten – , DR Kongo erreichte jedoch durch gute Defensivleistungen das Unentschieden. Zwar bleibt Kongo damit ungeschlagen, scheidet aber wegen der mageren Punkte-Ausbeute bei drei Remis aus. Mali trifft dagegen im Viertelfinale am Samstag auf Gastgeber Südafrika.

Das südafrikanische Team tat sich in seinem letzten Gruppenspiel gegen Marokko schwer. Der Gastgeber zitterte sich im Stadion von Durban mit einem 2:2 ins Viertelfinale. Marokko war in der 10. Minute in Führung gegangen, May Mahlangu glich für Südafrika aus. Erst kurz vor Schluss gelang Sangwenig der Ausgleichstreffer zum in der 81. Minute erzielten erneuten Führungstreffer Marokkos.  

Ägypten: Ausnahmezustand in drei Städten am Suez-Kanal

Mohammed Mursi, Präsident von Ägypten

Mohammed Mursi, Präsident von Ägypten

Präsident Mursi verhängte am Sonntag nach gewaltsamen Unruhen den Ausnahmezustand in drei Städten, die alle am Suez-Kanal liegen: In Ismalia, Port Said und Suez ist seit Montag eine Ausgangssperre von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens gültig.

„Wie Sie alle wissen bin ich grundsätzlich gegen außergewöhnliche Maßnahmen, aber ich kann Ihnen versichern, dass ich im Ernstfall sofort handeln werde“, sagte Mursi in einer Fernsehansprache am Sonntag. „Und jetzt ist es soweit: Um die Gewalt und das Blutvergießen zu stoppen und die Sicherheit meines Volkes aufrechtzuerhalten verhänge ich den Ausnahmezustand in Port Said, Ismalia und Suez. Wir müssen alles tun, um den Frieden wiederherzustellen.“ Der Ausnahmezustand gilt für 30 Tage.

In den vergangen Tagen war es in den betreffenden Städten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Mindestens 38 Tote waren nach den Zusammenstößen zu beklagen, viele Hundert Menschen wurden verletzt. Die ägyptische Armee fuhr mit Panzern durch die Straßen, um die Gewalttäter in Schach zu halten.

Der Grund für die blutigen Unruhen waren die Todesurteile gegen 21 Angeklagte, die im Jahr zuvor in die Straßenkämpfe nach einem Fußballspiel verwickelt waren. Der Vorfall ereignete sich am 1. Februar 2012: Fans des Fußballclubs Al-Masri waren damals im Stadion von Port Said mit brutaler Gewalt gegen die Anhänger des Kairoer Teams Al-Ahli vorgegangen.

Nach dem Ende des Spiels stürmten die Al-Masri-Fans mit Messern, Pistolen und Eisenstangen auf die Fans der gegnerischen Mannschaft zu. Bei den Kämpfen kamen 74 Menschen ums Leben. Im folgenden Prozess wurden 61 Fans wegen Mordes angeklagt. Außerdem müssen sich neun Polizisten vor Gericht verantworten, ihnen wird vorgeworfen, dass sie die Fans vor dem Spiel nicht ausreichend nach Waffen untersucht hätten.

Die Todesurteile gegen die 21 Fans aus Port Said sind nach Einschätzung ihrer Fankollegen ein politisches Urteil: Die jungen Männer würden nur zum Tod verurteilt, damit die Fans aus Kairo nicht weiter aufsässig sind. Nach ihrer Ansicht berücksichtigten die Richter die neuen Beweise der Staatsanwaltschaft nicht, die das Urteil hätten mildern können.

Aus einer Farm in Südafrika sind ca. 15000 Krokodile ausgebrochen

Südafrika: 15.000 Krokodile entkommen von einer Farm

Aus einer Farm in Südafrika sind ca. 15000 Krokodile ausgebrochen

Aus einer Farm in Südafrika sind ca. 15000 Krokodile ausgebrochen

In den nördlichen Regionen Südafrikas und im Süden von Mosambik regnet es seit einigen Wochen unaufhörlich. Tausende Menschen flüchteten inzwischen aus den Hochwassergebieten. Das Wasser zerstörte viele Häuser, acht Menschen kamen ums Leben.  Zu den schlimmen Überflutungen kommt jetzt noch eine weitere Gefahr: An der Grenze zu Botswana sind vor ein paar Tagen 15.000 Krokodile von der Krokodilfarm Rakwena entflohen.

Die Tiere konnten in das umliegende Buschland oder in den Fluss Limpopo entkommen. Da die Krokodile zu einer ernsten Gefahr für die Menschen werden können, rief die Polizei Experten zur Hilfe. „Es sind immer noch viele Tausend Krokodile da draußen. Wir brauchen zahlreiche Fänger, die uns helfen“, sagte ein Sprecher der Polizei des Bezirks Limpopo am Freitag der BBC. „Da viele der Tiere mit den Fluten geschwommen sind, benötigen wir Experten, die genau wissen, wo sich die Krokodile am liebsten aufhalten und wie sie sich bewegen. Wir appellieren an jeden, der sich mit den Tieren auskennt, uns zu helfen.“

„Wir waren am Freitag mit einem Boot zu Freunden unterwegs, deren Haus vom Hochwasser überflutet ist“, berichtet Zane Langmann der südafrikanischen Zeitung Daily News. „Als wir dort ankamen, schwammen Krokodile um das Haus. Glücklicherweise ist nichts Schlimmes passiert.“ Zane Langman ist der Schwiegersohn des Besitzers der Krokodilfarm.

Der Eigentümer soll die Tore seiner Krokodilzucht selbst geöffnet haben, um so eine Überschwemmung zu verhindern. „Bis zum Zeitpunkt des Hochwassers gab es nur wenige Krokodile im Fluss Limpopo, jetzt sind es viele“, sagte sein Schwiegersohn Zane Langmann weiter. „Wir fangen sie ein und wir bitten die Farmer der Region, uns über den Aufenthaltsort der Tiere zu informieren.“

Es gelang inzwischen mehrere Tausend Krokodile wieder einzufangen. Einige der Reptilien sind 120 Kilometer entfernt von der Farm gefunden worden. Sie waren auf dem Sportplatz einer Schule gestrandet.

Die Krokodilfarm Rakwena liegt in der Nähe der Stadt Pondrif. Der Farmer züchtet die Tiere, um ihre Haut und ihr Fleisch zu verkaufen.

Namibia: Einwohner von Otjimbingwe wünschen sich mehr Ziegen

Rheinische Missionskirche in Otjimbingwe, Namibia.  nationales Denkmal

Rheinische Missionskirche (Architekt: Eduard Hälbich, Grundsteinlegung 1865 durch Missionar Hugo Hahn, Einweihung 1867) in Otjimbingwe, Namibia. nationales Denkmal.

„Wie viele Ziegen habt ihr?“ will ein Einheimischer von deutschen Touristen wissen, die in Namibia ihren Urlaub verbringen. Als er hört, dass sie nicht eine Ziege haben, ist er entsetzt. Wer in Namibia keine Tiere besitzt, gilt als arm und hat nur wenig Ansehen.

In der Region Otjimbingwe im Westen des Landes wünschen sich die Einwohner jetzt mehr Ziegen. Dort leben etwa 15.900 Menschen, viele von ihnen leiden unter Armut und bitten um  Unterstützung aus einem deutschen Förderprogramm. Das Namibia-German Special Initiative Programme (NGSIP) ist ein Projekt der deutschen Regierung, das 11 Millionen Euro Fördermittel umfasst.

Nach Ansicht der Bewohner von Otjimbingwe profitieren sie bisher nur wenig von der deutschen Hilfe. Nach einem Bericht des Magazins AllAfrica.com erhielten bisher erst 50 Menschen Geld, das für den Kauf von Ziegen bestimmt ist. Die geförderten Haushalte erhielten Finanzmittel für jeweils acht Ziegen. Der Stammesälteste Salathiel Kharuxab fordert die Behörden und die Hilfsorganisation jetzt auf, mehr Menschen in der Region zu helfen.

„Wenn es noch mehr Geld in dem Fördertopf gibt, so müssen mehr Leute davon profitieren können“, sagte Kharuxab dem Magazin. „Bisher mussten wir feststellen, dass nur eine Handvoll Menschen Fördermittel erhalten haben. Die Menschen brauchen dringend mehr Ziegen für ihre kleinen Landwirtschaften.“

Das Entwicklungshilfe Projekt des NGSI  Programms umfasst in Otjimbgwe neben der Finanzierung neuer Nutztiere auch die Errichtung einiger Gemeinschaftsgebäude sowie den Bau neuer Brunnen und Wasserleitungen. Zur Förderung des Tierbestandes hat sich die Organisation ein besonderes Programm ausgedacht: So wird eine Gruppe von acht Ziegen für ein Jahr und sechs Monate bei einem Kleinbauern leben, er züchtet mit diesen, darf die Nachkommen behalten und anschließend wird die Zuchtgruppe an einen anderen Bauern gegeben.

Bei der Bevölkerung stößt das Modell der Ziegen-Ausleihe auf Kritik: „Das System der Ausleihe nützt uns nur wenig. Wir wünschen uns, dass wir mehr Mittel erhalten, um uns neue Ziegen kaufen zu können“, sagte ein Stammesältester gegenüber AllAfrica.

Damboa liegt im Borno State (rot)

Nigeria: 23 Menschen sterben bei Attacke

Damboa liegt im Borno State (rot)

Damboa liegt im Borno State (rot)

Am späten Dienstagnachmittag kam es in der Stadt Damboa, die im Norden Nigerias liegt, zu einem brutalen Anschlag durch mutmaßliche Islamisten. Die Täter fuhren mit einem Auto auf den Marktplatz von Damboa und eröffneten das Feuer auf die Händler. Die Angreifer gingen nach Berichten von Augenzeugen sehr gezielt vor: Sie töteten Fleischhändler und Jäger. Die nigerianische Polizei geht davon aus, dass die islamistische Sekte Boko Haram hinter dem Anschlag steckt. Die Schüsse fielen schnell hintereinander, die bewaffneten Attentäter konnten entkommen.

„Bei dem Angriff wurden 23 Menschen getötet“, sagte Polizeisprecher Alhai Abba Ahmed dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera. „Sie kamen in einem Golf von Volkswagen, führten die Aktion durch und verschwanden wieder. Wir gehen davon aus, dass der Anschlag von Mitgliedern von Boko Haram durchgeführt wurde.“ 13 Menschen starben direkt auf dem Marktplatz, zehn weitere erlagen ihren Verletzungen später in einer Klinik.

Die Angreifer töteten gezielt einheimische Jäger und Fleischhändler. Die Händler verkauften Bushmeat: Fleisch, das von Affen und wilden Schweinen stammt. Dabei handelt es sich um Nahrungsmittel, die der Islam verbietet.

Der Norden Nigerias ist stark islamisch geprägt. In dieser Region kämpfen muslimische Aufständische seit Jahren gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaates.     Boko Haram ist eine dieser terroristischen islamischen Gruppen. Der Name Boko Haram entstammt der Sprache des Volksstamms der Hausa, er bedeutet so viel wie „Westliche Bildung verboten, Bücher in Lateinschrift sind Sünde, die moderne Erziehung ist eine Sünde.“

Die Gruppe setzt sich für die Einführung des islamischen Rechts, der Scharia, in Nigeria ein. Außerdem verlangen die Islamisten das Verbot von westlicher Bildung, an Wahlen nehmen sie nicht teil. Boko Haram unterhält nach eigenen Angaben Beziehungen zu den Taliban in Afghanistan. Bis zum Tod ihres Führers Ustaz Mohammed Yusuf befand sich das Hauptquartier der Gruppe in der Stadt Maiduguri im Norden Nigerias. Mitglieder von Boko Haram sind auch an der Besetzung der nördlichen Regionen in Mali beteiligt, die auch von Al Qaida unterstützt wird.